Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 250)
- Language
- German
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170 ist, so wer die k. Mt. nit notdurftigelichen versorgt worden und mocht desshalb nachmaln die aussligend schuld an einen rate und gemein stat erfordern. Und so nw ain rate die k. Mt. in dem nit wisse za versorgen, auch aigentlich nit versteen mög, was Yertrostung von der Judischeit genomen soll werden, so eraische ains rats notdurft, in dem von der k. Mt. künftiger und pesserer lwtrlig zu gewarteo. Wo aber Jorg Timp ainen befelh hete von der k. Mt., das er solich glubd, eid und Vertröstung selb einnemen möcht, so woit ain rate das beschehen lazzen, auch darzu schaffen und schigken, wes er dann zu emphahung solicher glübd, eid und trostung notdürftig wurd sein; und so er des keinen befelh hete, so möcht er darumb vleis tun, damit im oder einen andern solicher gewalt gegeben würde, und so das nit sein, sonder die k. Mt. ye haben wolt, das sich ain rat damitt beladen solt, das dann di Jaden verfugen bei der k. Mt., damitt ain rate zugeschriben würde, das im solich einnemen der glubde, eyd und trostung furan onschedlich und on entgeldnus stunde und das ain rate darbei ain iwterang gegebenn würde, was doch die Vertröstung sein solt etc.a Sie wünschten also eine Erklärung des Wortes Trostung, es sei ״ain siecht wort“. So strichen dann die kaiserlichen Räte das Wort, ersetzten es durch Pflicht und nannten das Ganze eine Verschreibung, die zu erfüllen die Jaden sich durch Eid verpflichten mussten. Um die Stadt nicht zu schädigen, wurde der Wortlaut so gefasst, dass Kämmerer and Rat den Kaiser vertraten. Wenn ein Jude trotz des Gelübdes fortziehe, werde sich der Kaiser an den verbleibenden Juden schadlos halten: Wir, die gemain Judischeit von mannen und frawen personen zu Regenspurg wonend, bekennen für uns, unser erben und auch für all unser nachkomen offenlich und gein menigclich in dem brieve: Als wir dem allerduriehlwchtigisten fürsten und herren, herren Friderichen, Romischen kaiser, zu allen Zeiten merer des reichs, zu Hungern, Dalmacien, Croacien etc. konig, hertzog zu Österreich und zu Steir etc., unserm aliergenedigisten herrn und seiner kaiserlichen genaden erben zehen tausent gulldein reinisch in funff jaren zu betzalen schuldig sein worden ynnhald ains schulldbrifs und nw sein kaiserliche maiestat umb pesserr sicherhait willen unsern genedigen herren camerer und rate der stat Regenspurg befolhen hat, von uns ain Verschreibung, auch aid, phlicht und glubde zu nemen, das wir unser leib und guet nit verändern wollen, so lang bis sein kaiserlich maiestat der berurten summ zehentausent