Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 248)
- Language
- German
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174 Mit den gefangenen Juden oder ihren Vertretern kam es erst 1480 zu einer Einigung. Konnte der Kaiser die 10000 Gld. nicht auf einmal erhalten, so war er auch mit Ratenzahlung zufrieden. Die Juden mussten sich zur Urfehde verpflichten und einen Schuldschein über 10000 Gld. ausstellen, die sie im Laufe der nächsten fünf Jahre bezahlen sollten. Eine Abschrift der vereinbarten Urfehde sandte der Kaiser am 17. Juni 1480 nach Regeusburg und forderte den Rat auf, die Gefangenen frei zu lassen und wieder in städtischen Schirm zu nehmen. Die Gefangenen sollten die Urfehde durch Besiegelung bekräftigen lassen und alle Regensburger Juden sich verpflichten, nicht vor geschehener Bezahlung der 10000 Gld. mit ihrem Vermögen die Stadt zu verlassen:*) Wir Friderich, von Gottes gnaden Römischer keyser, zu allennczeitten merer des reichs, zu Hungeren, Dalmacien, Croacien etc. kunig, herczoge zu Österreich und zu Steir etc., entbietten den ersamen unnsern und des reichs lieben getrewen camrer und rate der stat Regenspurg unnser gnad und alles gut. Ersamen und lieben getrewen. Wir haben die sibenzehen Juden, so bey euch gefanngen ligen, irer gevencknuss auf ein urfehd, der wir euch ein copey, mit des ersamen Johann Waldners unnsers prothonotarien und des reichs lieben getrewen hanntschrift bezeichent, hiemit sennden, ledig gezelt und Georgen Tymppen, zeiger diss briefs, ernnstlich bevolhen, dieselben Juden aus gevencknuss zu nemen und widerumb in ire hewser zu seczen, und emphelhen euch darauf von Römischer keiserlicher macht bey Vermeidung unnser und des heiligen reichs sweren straf und ungnad ernnstlich und wellen, daz ir dieselben Juden, so ir den vorberurten urfehdbrief besigelten von in haben, dem gemelten Georgen Tymppen zu seinen hannden uberanttwert und on all entgeltnuss widerumb in ire hewser und wonung körnen, sy auch in ewren scherm und geleitt nemet und bey iren freyheitten, Privilegien und gerechtigkeiten beleihen und umb keinerlei Sachen, die sich irenthalben bisher begeben hetten, on unnser als Römischen keisers erlauben bey euch in der stat Regenspurg mit keinem gericht nit furnemen noch bekumern lasset, damit wir an der bezalung der zehen tausent guidein reinisch, die sy uns in fünff jaren den nechsten zu thunde schuldig sein, nicht verhindert werden, auch den brief, so unnser und des reichs getrewer Hanns Friesheimer von iren wegen an euch lauttennd nechstmals hinauf gefürt hat, ine zu iren hannden reichet und gebet und doch vor sölichem allem von der Judischeit aller bey euch zu Regenspurg glübde, Rückseite: *der brieff umb die 8000 gülden, alle jar 200 guld.“) befindet sich noch heute bei den Regensburger Akten des Hauptstaatsarchivs! l) Vgl. S. 384—385.