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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1929-01-01 · XXi (1929) · page 245

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXi (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 245)
Language
German
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IRI
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171 Vigilia1) assumpcionis. Es waren die 4 Juden und des kaisers Jud der David hie entgegen. Di haben ir antburt auf 1 taflpret geschriben, mit kreiden geschriben jüdisch, waz yasst der gesstrig syn*). Lies mon den David von in verhören und 1 Jud von Kiczing, waz mit in hie vor, ward herczu gefürt. Sie haben des nicht vermugen sein nicht,8) und hat statschriber ir antburt von wortt zu wordt, alz si de promittirt haben, angeschriben. Der Rat sah allerdings in der Weigerung der Juden kein Unvermögen, sondern Hartnäckigkeit und Bosheit. In der Instruktion, die er seinen Gesandten Hans Friesshaymer und Hans Rainung Ende August gab, heisst es: Item in der andern täding geredt ist, von den Juden X*» guidin dem kayser eintzupringen, sie dartzu halten innhalt des geschefftbriefs, ir abschrifft hiebey auch habt, darinn ein rate allen muglichen vleysse furkert hat mit guten und ernst, als David Jud von uns einen rate gegen Juden selbs gehört hat, und. auss ir hertikait und aigner bosshait zu disentmale von ine mohten erlangen haben noch können möge, dann auszöge der antwurt steet auff ihr unmugen und nit haben etc. Da die Juden nicht zahlten und auch von auswärts nicht für sie gezahlt wurde, blieben sie weiter im Gefängnis. Ein besonderer kaiserlicher Befehl forderte den Rat auf, ״die Juden in der gevangknuss wol zu verwaren und behüten lazzen“. Einerseits sachte der Kaiser die Gefangenen mürbe zu machen, andererseits sie gegen etwaige Rückfälle des Rates zu schützen. Mehr Erfolg als bei den Juden hatte der Kaiser mit seiner Forderung an die Stadt. Waren die 10000 Gld. auf die Jaden abgewälzt worden, so verblieben noch immer 7000 Gld. Zwar hatten die Unterhändler die Summe auf 5000 Gld. herabgedrückt* * 4), und es gelang, auch hierfür die Juden ersatzpflichtig zu machen. Die Summe wurde aber auf 8000 Gld. erhöht und musste zunächst von der Stadt ausgelegt werden. Dafür wurde am 5. Oktober die Stadt ermächtigt, zu den Steuern, die sie bisher von den Juden erhob, noch 400 Gld. jährlich von ihnen einzukassieren und sich eventuell an deren Leib und Gut zu halten. Von diesen 400 Gld. sollte die Stadt die Hälfte an den Kaiser abliefern, die anderen 200 Gld. für sich behalten, bis sie die 8000 Gld. auf solche Weise 14 ף. August. *) Sinn. s) So. 4) Siehe die oben abgedruckte Merkzettelnotiz vom 4. August.

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