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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1929-01-01 · XXi (1929) · page 241

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXi (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 241)
Language
German
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IRI
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167 kumen mochte, haben wir vergebenlich davon geredt, so man die Juden ye nit richten wolte lassen, so müsten dieselben bekanten Juden ee in einen kercker ob einander ersticken. Und gedencht uns gut, wien ir vertrawen möchte, auss euch selbst dergleichen meynung rede haben. Auf Bitten des Regensburger Anwalts verschob der Kaiser am 8. Dezember 1477 den vom Kammerprokurator festgesetzten fiskalischen Termin auf den Gerichtstag nach dem 2. Februar 1478 und verlangte, dass die gefangenen Juden ״auff zimlich bnrgscbafft“ frei gelassen würden.1) Der Rat sandte zum Termin seine Gesandten, aber nicht seine Juden. Da riss dem Kaiser die Geduld. Am 22. Februar 1478 erfolgte das Mandat, binnen drei Wochen die Juden mit Leib und Gut zu übergeben. Im Weigerungsfälle wurde nebst Geldstrafe von 1000 Mark Gold Acht und Aberacht angedroht und die Stadt schon im voraus aller ihrer Freiheiten entsetzt. Es war die Absicht des Rats gewesen, nicht nur die gefangenen Juden hinzurichten, sondern überhaupt alle Juden aus Segensbnrg zu vertreiben. Der Kämmerer Nothscherf, das Haupt der Stadt, hatte erklärt: ״Ich will nicht Hans Nothscherf heissen, wenn ich nicht die Judensynagoge beseitigen werde.“ Alle diese Pläne scheiterten an der Energie des Kaisers, der sich seinen Judenschutz und die Geldquelle, die er in den Juden besass, nicht nehmen liess. Die Stadt musste nachgeben, da sie ihren Untergang vor Augen sah. Ohne die peinliche Gerichtsbarkeit, die ihr und damit auch dem Herzog entzogen war, konnte sie nicht weiter bestehen. Im Streit mit dem Kaiser hatten sich die früheren Verbündeten des Rats, der Bischof und der Herzog, zurückgezogen. Die Stadt sah sich isoliert. ״Die Stadtkammer verarmte allmählig mit den Bürgern bei diesem Zustande der Dinge. Der Handel verlor sich beinahe ganz. Die Stadt Nürnberg zog denselben an sich, gleichwie sie auch zu eben dieser Zeit die vormals grosse und wichtige Jahresmesse von Nordlingen in ihre Mauern zu ziehen bemüht gewesen war. Der Aufwaud, den die steten Botschaften und Sendüngen und die Aufnahme und Besoldung immer mehrerer gelehrter Männer erforderte, wurde dem gemeinen Wesen Regensburgs un- ג) Ausser dem Briefe des Kaisers an den Rat vom 8. Dezember ist noch ein offenes Schreiben vom 5. Dez. vorhanden, das lediglich die Verschiebung des Termins bekannt macht.

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