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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1929-01-01 · XXi (1929) · page 239

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXi (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 239)
Language
German
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IRI
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16§ nächst die Hinrichtung der Juden vereitelte. Der Kaiser hob die Blutgerichtsbarkeit der Stadt auf: Wir Friderich, von Gottes gnaden Römischer keyser, zu allen Zeiten merer des reichs, zu Hungern, Dalmacien, Croacien etc. kunig, hertzog zu Österreich und zu Steyr etc. bekennen: Nachdem die ersamen, unser und des reichs lieben getrewen camerer und ratte der stat Regenspurg on unser als Römischen keysers, dem die oberkeit aller Judiscbeit in dem heiligen reich zusteet, erlauben etlich Juden daselbst zu Regenspurg gefangen, die swerlichen gemartert und der eins teils vom leben zum tod bracht, auch über unser muntlich und schrifftlich ervordrung bisher in gevengknuss gehalten haben in meynung, di on unser heissen und bevelh nach irem gevallen zu straffen, das wir als Römische!: keyser vdenselben von Regenspurg den pane, über das blut zu richten, auffgehäpt, heben den auff von Römischer keyserlicher machtvolkomenhait wissentlich in krafft diss briefs und meinen, setzen und wellen, daz sy den on*unser erlauben nicht geprauchen sollen noch mugen in dhein weise. Mit urkunt diss briefs, mit unserm keyserlichen anhanngendem insigel besigajt, geben zu der Nevenstat am^andern tag des monads Septembris nach Cristi gepurt viertzehenhundert und im sechs1) und sibentzigsten, des keyserthumbs im fünf und zwantzigisten und des Hungarischen im achtzehenden jarenn. Ad mandatum proprium domini imperatoris. Aus dem Ladungsschreiben des Kaisers ersahen die Regensburger, dass diesem berichtet worden war, es seien infolge der Folterung bereits einige Juden gestorben2). Diesen Vorwurf wollte der Rat nicht auf sich sitzen lassen. Er liess daher am 2. September durch Notare feststellen3), dass die 17 Gefangenen noch alle am Leben waren. In welchem leidenden Zustande sie $ich befanden, wurde nicht vermerkt. Feria 2 in crastino Egidi. Item nachdem dy laduhg innhellt, daz man di Juden gemartert und dadurch ettlich vom leben zürn tod pracht haben etc, item dez tags wellen mein herren 2 notarios mit peywesen *) Handschrift: sibn. Die Vorlage ist eine Abschrift. *) Nach Gemeiner III, 581 wehrten sich [die Abgesandten Regensburgs beim Kaiser gegen den Vorwurf der Ladnngsschrift, sie*hätten bereits einig« Juden abgeurteilt (hingerichtet). Doch steht davon weder dort (14. Juli) etwas noch im Schreiben vom 2. Sept. Am 14. Juli heisst es ausdrücklich ״gemartert und der dardurch einesteils vom Leben zum tod bracht״, am 2. Sept. ist die Stelle mit Auslassung des Wortes ״daräurch“ wiederholt. Vgl S. 370 Anm. 2. a) Merkzettel Bl. 375 v.

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