Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 238)
- Language
- German
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164 Bischof Heinrich empfahl1), die Jaden dem Kaiser za übergeben, da dieser die höchste Macht habe. Episcopi rat. Er sagt, daz tun oder lassen swär ist. Lässt mons, so ledt mon auf uns faern kaiser und sein ungnad. Tut mons, so ledt mon auf uns berczog Ludwig. Doch ist sein rat, mon antwurtt herren kaiser di Juden mit rat herezog Ludwigs und unnser gmain, wann der kaiser hat gwalt, zu seczen und entseezen, zu geben und nemen. Doch der Bat lehnte die Auslieferung ab und erklärte am 13. August dem Hofmarschall2), dass über die Juden zunächst der Herzog zu entscheiden habe, dem sie verpfändet seien. Nur in Bezug auf die nicht eiugekerkerten Juden und deren Vermögen wurde der Bat anderen Siunes3). Am 17. August mussten sie alle Urfehde schwören, ihre ״Verhütung“ an Leib und Gut wurde auf־ gehoben und zwei Tage darauf am 19. August das bisher verschlossene Jadenviertet wieder geöffnet. Der Kaiser war Herr wenigstens dieser Juden. Am montag vor Bartlomei anno 76 ward den verhütten Juden aufgslossen, aber di kaiserlichen anwalt haben di Judenn widerumb verslossen in gegenburtt ettlicher meiner herren.4) Auch den Prediger, der auf der Kanzel den Kaiser ״fast“ geschmäht hatte, war man in Übereinstimmung mit dem Bischof bereit wegzaschicken:5) Item der marschalck erclagt hern camrer, daz doctor prediger auff offner cannczl in der predig mit Worten vasst gesmäht hab. Darumb ist er entgagent und mag nit lawgnen, daz er gnent hat hern kaiser und di seinen. Dann alz mein herren noch der bischof über den prediger nichts zu gepieten haben, wellen im 1 rat mitsambt episcopo sagen, daz er anderswo zu den zeitten sein wonung hab.“ Da der Bat betreffs der gefangenen Juden nicht nachgab, überreichte der Hofmarschall bei seinem Abschiede am 30. August die ihm vom Kaiser mitgegebene Ladung vom 14. «Juli. Das gerichtliche Verfahren gegen Regensburg war damit Eröffnet. Gleich darauf folgte am 2. September ein schwereres Geschoss, das zu־ l) Merkzettel Bl. 373v. *) Merkzettel Bl. 374 r. *) Über die Ursachen siehe S. 371. 4) Merkzettel Bl. 374v. Vgl. S. 380 Anm. 10. י) Merkzettel BL 375 v.