Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 236)
- Language
- German
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162 Bischof und Herzog zum Kaiser gesandten Unterhändlern keine Einigung zu stände kam, eröffnete der Kaiser am 14. Juli gegen Regensburg die fiskalische Klage. Ohne Erlaubnis des Kaisers hätten die Regensburger einige Juden schwer gemartert und trotz des kaiserlichen Befehls sich geweigert, sie frei zu lassen und mit ihrem Vermögen dem Kaiser zu übergeben, damit dieser den Richterspruch fälle. Deshalb sei die Stadt in Strafe verfallen und werde aufgefordert, sich vor dem Kaiser auf den 45. Tag zum öffentlichen Rechtstag durch ihren Anwalt zu rechtfertigen: . . . Nachdem ir di Judischeit zu Regenspurg, die mit der oberkeit allein uns und dem heiligen reiche zusteen, on unser als Römischen keysers willen, heissen und erlawben gefanngen, ettlich swerlichen gemartert und der dardurch eines teils vom leben zum tod bracht, haben wir euch durch unser keyserlich briefe ernstlich gebotten, dieselben Juden solicher irer gevenngknuss on alle entgelltnuss ledig zu zelen und uns die mit iren leiben und guten zu unsern hannden zu uberantwurtten, wer dann Spruch zu ine hette, den wellten wir recht gegen ine ergeen lassen. So 1 lieh unser keyserlich gebotte sind aber durch euch veracht und uns dieselben Juden als unser und des reichs cameraigen bissher vorgehallten und nicht destmynder ewrn eigen gewalt wider unsern willen und uns und dem heiligen reiche zu nicht deiner smahe, abbruch und Verletzung mit ine zu treiben understannden und noch teglich wurdet, dardurch ir gegen uns und dem heiligen reiche in swere pene, straffe und pusse verfallen seit, und hat uns unser keyserticher camerprocuratorfiscal desshalben umb rechte wider euch angeruffen und gebeten. Darauf so heischen und laden wir euch ... 0 Diese fiskalische Ladung gab der Kaiser seinem zweiten nach Landshut und Regensburg gesandten Unterhändler2), dem Hofmarschall Heinrich Vogt von Sumerau, mit, damit er im gegebenen Falle davon Gebrauch mache. Der Anspruch des Kaisers war bisher mit der Begründung abgewiesen worden, dass die Regensburger Juden seit der Zeit des Kaisers Ludwig3) den Herzogen von Bayern verpfändet seien. 0 Vgi. Gemeiner III, 578. *) Kreditiv vom 15. Juli, übergeben in Landshut am 1. August, in Regens־ bürg am 5. August. ״) Für geliehene 6400 Mark Silbers: 1329 Aug. 9, Regensburgisches Urkundenbuch I nr. 579. Die Angabe von 46000 Gld. (46 m. gld.) im Merkzettel BL 368 v zum 19. April ist falsch. Vgl. Gemeiner III, 569.