Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 235)
- Language
- German
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161 fort ohne Bestrafung frei zu lassen und gegen sie und ihr Vermögen nichts zu unternehmen. Sobald der Kaiser über die Ursachen der Gefangennahme der Juden wahren Bericht erhalte, werde er darüber nach Gebühr befinden.1) Friderich, von Gottes gnaden Komischer keyser, zu allenn czeiten merer des reichs etc. Ersamen lieben getrewen. Ewer schreiben, uns yetzo der Judischeitt halben zu Regenspurg wonende gethan, haben wir vernomen und versten darinn, das dieselben Juden auf unser keyserlich ernstlich schrifft, ew vormals von iren wegen zugesanndt, irer gevenngknuss noch nit ledig gelassen sein, das uns von euch zu mercklichen missvallen kumbt, und empfelhen euch darauff abermals bei den pflichten, damit ir uns und dem heiligen reich verwandt seyt, ernstlich und wellen, daz ir die gemelten Juden solicher irer gevengknuss von stund angesicht diss unsers keyserliehen briefs on all entgelltnuss ledig zellet und wider sy, ir leib noch guter ausserhalb unsers bevelhs nichtz furnemet, handelt noch tut. Und so wir der Sachen, darumb sy bissher gevangen sein gewesen, lautter und warlichen bericht und desshalben ersucht werden, wellen wir nach gepurlicheit darinn hanndeln. Und tut hie rinn nit anders, damit wir ferrer hanndlung in den Sachen vertragen bleiben. Des thun wir uns gentzlich zu euch verlassen und thut daran unser ernstlich meynung und sonder gevallen. Geben zu der Newenstat am zehenden tag des monads May anno domini etc. LXXVI to, unsers keyserthumbs im funffundzweintzigisten jaren. Ad mandatum proprium domini imperatoris. [in verso] Den ersamen und des reichs lieben getrewen camerer und rätte der statt Regenspurg. Von der Forderung, dass die Jaden selber am kaiserlichen Hofe erscheinen sollten, ist nun keine Rede. Es handelte sich ja nicht mehr um sechs, sondern um siebzehn Gefangene. Im übrigen hielt der Kaiser daran fest, dass er der Richter sei und bis zu seiner Entscheidung nicht gegen die Juden vorgegangen werden dürfe. Um die Befreiung der Gefangenen zu beschleunigen, sandte der Kaiser den Erbmarsch all Heinrich zu Pappenheim2) an den Herzog nach Landshut und an den Rat nach Regensburg. Da Heinrich an Ort und Stelle nichts erreichte, auch mit den von Rat, י) Vgl. Gemeiner III, 576. *) Kreditiv vom 30. April, übergeben in der Ratssitzung za Regensburg am 16. Mai. Jahrbuch der J. L. G. XX. 11