Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 234)
- Language
- German
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160 Schreiben des Kaisers vom 15. April hervorging, diesem noch nicht im vollen Umfang bekannt war, zu melden. Mit des Herzogs und des Bischofs Einwilligung habe man ״etlich Juden zu Regenspurg umb vergiessung wegen kristenlichen pluts etc. in gefenncknuss angenomen und fragen lassen, die dann auff ander Juden daselbs der sacken halb auch bekennt. Also haben dieselben von Regenspnrg solch Juden auch angenomen und all ander Juden lassen versehen und ir hab und gut verschreiben auff das, ob sich erfanden wurde, das sy an sollichen Sachen auch schuld hetten, das man gen in und ir hab und gut auch nach billigem hanndeln mocht“ 1). Der Rat hatte sich sogleich nach Empfang des kaiserlichen Schreibens mit dem Herzog in Verbindung gesetzt. Dem Kaiser gab man insofern nach, dass man am 21. April beschloss, die gefangenen Juden nicht weiter zu ״befragen“ und die ״Beschreibung“ des jüdischen Vermögens einzustellen. An eine Freilassung der Gefangenen dachte niemand. Am 23. April debattierte man über die Vertreibung der Juden. Nicht einmal in der Umgegend der Stadt sollten diese wohnen bleiben. Der Rat war bereit, einen Teil der auf den Juden lastenden ״Gülten“ auf die Stadt zu übernehmen, damit diese die Häuser der zu Vertreibenden in Besitz bekomme.2) Feria 3 vigilia Geori waren di 458) hie oben. Den gfiel wol, so es zu ettwe kümpt, daz mein herren irer güllt nachsehen wolten, ettwaz zu ablosung auf di stat nemen, damit der stat der Juden hewser beliben. Ist beslossen, der kaiserlichen maiestat Offenbarung zu tun und di ding in ghaim halten, so di sach bescbäch per dominum kaiser, herezogen, episcopum und der stat, damit inner etlichen meilen umb di stat nymmer wonung hetten. Die Antwort, die der Rat durch Botschaft dem Kaiser sandte, änderte nichts an dessen früherem Veto. Aus allen Darlegungen entnahm der Kaiser nur das Eine, dass die eingekerkerten Juden za seinem ״merklichen Missfallen“ noch immer nicht frei gelassen seien. Von neuem erging am 10. Mai der Befehl, die Juden so- י) Der Schluss ist besonders lehrreich. Lernen wir doch hier den Hauptgrund für die ״Verhütung“ des Juden Viertels kennen! *) Merkzettel BL 368 v. Vgl. Gemeiner III, 569, Anm. 1134, *) Der äussere (grosse) Rat,