Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 233)
- Language
- German
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159 Friderich, von gottes gnaden Römischer keyser, zu allenn zeitten merer des reichs etc. Wir haben den ersamen unnsern und des reichs lieben getrewen camrer und ratte unserr und des reichs stat Regenspurg ernstlich geschriben und bevolhen, ew der gevencknuss, darein sy ew on unser als Römischen keysers wissen genomen haben, von stund on entgeltnuss ledig zu czellen und ewr verhaffte gueter aus verbot Irey und unbekumert zu lassen nach lautt unserr keyserlichen briefe, desshalben aussgeganngen. Darauf ervordern und ermanen wir ew ernstlich bevelhende und wellen, sopald ir solicher ewr er gevencknuss ledig seidt, das 1r ew dann on alles vercziehen zu uns in unnsern keyserlichen hofe fuget und nit aussen beleibt, als lieb ew sey unser und des reichs swere ungnad zu vermeiden. Daran tut ir unser ernstlich meynung. Geben zu der Newenstat an montag in den heiligen osterfeyrtegen anno domini etc. LXXVI to, unsers keyserthumbs im vierundzweinzigisten jare. Ad mandatum proprium domini imperatoris. [in verso] Unnsern und des reichs camerknechten Strawbinger, Meyren Heler, Gössel, Symon von Worms, Samuel und Hirschen, all Juden zu Regenspurg. Die Adressaten des vorstehenden Briefes sind die sechs am 29. März Eingekerkerten1). Von den anderen Elf, die später hinzukamen, weiss der Kaiser noch nichts, ebensowenig von der Beschlagnahme des Vermögens aller Juden. Anzeige von dem, was in Regensburg geschah, muss also schon bald nach dem 29. März an den Kaiser erfolgt sein. Darauf hin machte dieser am 15. April den sechs Gefangenen Mitteilung von dem gleichzeitig an den Rat ergangenen Befehle. Die Sechs seien ohne Wissen des Kaisers gefangen gesetzt worden. Sobald sie infolge des Schreibens an den Rat aus dem Gefängnis entlassen seien, sollten sie sich an den kaiserlichen Hof begeben. Wie an den Rat und an die Juden schrieb der Kaiser am gleichen Tage an Herzog Ludwig. Er solle verfügen, dass das, was der Kaiser von dem Rat verlangte, ausgeführt werde. Am 24. April ward aus Landshut geantwortet, dass hinnen kurzem Bericht erfolgen werde. Dieser, der bald darauf abgesandt wurde, begnügte sich damit, zunächst den Tatbestand, der, wie aus dem *) Zu den Namen vgl. S. 367. Die Verhörsprotokolle, auf die ich später zurückkomme, haben die Form* Jossel, Jössel, Gössl. Samuel ist Sehmoel Fleischman.