Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 181)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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die juramentalische Aussage des Postknechtes bewerfe und nothigenfalls eidlich abhören zu lassen bitte ich erzeiget: 1) dass es meine Absicht oder eigener Wille nicht war meine Reise durch das hochfürstliche 'Gebiet oder über Deisendorf zn machen, sondern dass ich mich lediglich der Führung des Postknechtes überliess; * ׳ 2) dass ich nicht im Verborgenen oder unter Verschweigung meines Judenstammes zu reisen suchte; ünassen der Postknecht selbst alles wohl wusste, und dem Herrn Mantschreiber ohnverbehlt sagte, dass ich der Hofjud von München sei; auch 3) wusste ich als ein Fremder von der besonderen Pflicht, dass ich selbst hätte aussteigen und zur Obrigkeit mich hätte hinbegeben sollen um so weniger, als dieses anderer Orten besoriders bei denen auf der Post Reisenden nicht Herkommens ist; endlich 4) ganz und gar nicht zu vermuthen steht, dass ein auf der Post fahrender und in Credit stehender kurfürstlicher Hofjud sich wegen einer etwas hohem Mautgabe oder etlicher Kreuzer wegen . zur Verheiung seines Stammes würde haben anzei^en lassen, das auf der ärmste oder. Betteljude nicht tun würde. 5) Wäre vielmehr der Postknecht, der d$n Landesg^Jbrauch hätte wissen können und der die Gebühren für jnich abzuführen auf sich genommen, als ich straffällig. Es ergeht daher an eine hohe Cammeraistelle meine unterthanigst gehorsamste Bitte da- « hin hochgnädig zu verfügen, dass mir die von dem hochfümtliehen Herrn Pfleger in Deisendorf unverschuldete^ massen als Strafe abgenommen 8 fl. wieder zurückgestellt werden sollen, f da ich ohnehin wegen Zeitversäumniss und getragenen Reise- Spesen nach der hochfiirstl. Residenzstadt viele Kosten erlittf Dann die über meine Bittstellung erfolgte hochgnädige Resolution an das kurfürstliche Pflege amt Traunstein, beizuschliessen und dahin an mich aus hohen Hulden und Gnaden ergehen zu lassen, um so mehr als ich den Schrankbaum nicht überfahren hatte. , Traunstein, 24. November 1790.!; Levi Anschel.“