Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 182)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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10g: Nr. 7. Bericht des( Pflegers Franc v. Agliarchis za Teisendorf in Angelegenheit der Beschwerde Anschel Lewis an die Hofkammer zu Salzbarg1). ״Hochlöbliche Hofkammer: Die hochgnädige Signatur vom 26 d. M. gibt mir zur Berichterstattung einen Termin von 8 Tagen. Da ich aber schon gefasst" bin mich über mein pflichtmässiges Verfahren gehorsamst zu verantworten und da es mir Zeit meiner leidigen Amtierung hier schon ein gewohntes ist auch in denen liehen Tagen des Herrn und der Rühe eben so wie an eigentliehen Arbeitstagen am Ruderschiffe des Deisendorfer schwarzen Meeres angefesselt zu sein so lege ich Hand an, an dieses Geschäft. Ich hoffe eine hohe^Cameralstelle wird die Rückgabe der Strafe zur Herabsetzung des hochfürstlich salzburgischen von den Baiem ohnehin nur über die Achsel angesehenen Mautamtes zu Deisendorf bei allen diesen Umständen nicht mehr anbefehlen. Ausdrücklich steht auf einer fest an den Schrankenbaum neben der Strasse stehenden Tafel, dass hier auch Judenzoll sei. Hätte nun der erzgrobe Jude auch wirklich nicht lesen können, wie er mir sagte; so hätte er doch an der Tafel und an den Schränkenbaum erkennen können, dass hier eine Mautstadt sei. Da ihm nun als Jude nicht unbekannt sein konnte, dass jeder Jude bei allen Mauten sich anmelden und den Judenzoll abführen muss, so hätte er aus schuldigen Respekt fürs ho'ebfürstliche Amt sogleich aussteigen, oder doch wenigstens frageü sollen, ob auch er für seihe Person eine Maut schuldig sei? Aber auf seinen Charakter eines Hofjuden und auf sein Tischgrosses pergamentenes Patent stolz, erachtete es sich zu vornehm sich mit einem salzburgischen Mautamte abzugeben, wie er mir dann in meinem Zimmer wiederholte Male dadurch einen Schrecken einjsrgen wollte, dass er ein Churbaierischer Hofjude sei. Ich sagte ihm aber, ich hätte allen Respect für sein Patent, doch dessen ungeachtet müsse er doch den Judenzoll zahlen, den der gnädigste Fürst vorr Salzburg in seinen Landen so gut zu fordern Fug habe als jeder andere Landesherr, worauf er endlieh ging, nachdem er mit dem Mautschreiber genug gepoltert, den von mir geschriebenen Zettel einen einfältigen Fetzen hiess und das zweite Mal noch einen Versuch gemacht hatte mich mit Droh- *) Originalakt im Landesregierungsarchiv Salzburg.