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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1929-01-01 · XXi (1929) · page 163

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXi (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 163)
Language
German
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89 ntmgen des Freibriefes von der biblischen bis zur tahnodischen Zeit lässt sich jetzt kaum feststellen. Die ersten Nachrichten und Namen der ßefreiungsurkunden finden wir in der Mischna, wo dieselben 1שטר שחרור) und viel häufiger 2בט שחרור) genannt werden. Des Ferneren ist in der Mischna die Pluralbildung שחרורי עבדים ״Freibrief der Sklaven״ gebräuchlich3), dessen Einzahl שחרור עבדים nur ein einziges Mal in der Tossephta vorkommt4). Die aramäische Benennung der Freiheitsurkunde גיטא דחירותא befindet sich im Talmud oft5). Ungebräuchlich und daher auch selten, ist der einfache Name גט, weil er zu Täuschungen Veranlassung geben kann6). Die Anfertigung des Freibriefes ist in mancher Beziehung der Ausstellung eines Scheidebriefes gleichgestellt, obzwar die grosse Genauigkeit des Inhaltes und die Pünktlichkeit der Schreibweise vieler Worte und Buchstaben, wie sie vom Scheidebrief gefordert werden7), dem Texte einer Befreiüngsurkunde unbekannt sind. Ein fertiges Formular, in welchem nur der Name des Sklaven und das Datum der Befreiung eingefügt werden soll, ist zur Entlassung ungültig, denn der Freibrief muss für jeden Sklaven besonders und direkt angefertigt werden8). Schon in der Mischna ist der Hauptbestandteil des Freibriefes einer Sklavin festgestellt und lautet9): *) Gittin 1,6 (11b und 13a(, ferner jer. Pea IV, 6 (18e 2), Gittin Ob, B. b. 151b und Targum Jonathan zu Lev. 19,20. *) Gittin IX, 3 (85b), Tos. B. m. 1,7 (371,32), Tos. Ab. zara III!IV), 18 (465, 4), ib. III (IV), 16 (464,25), Midrasch Tannaitn ed. Boffinann S. 85, 20, jer. Kid. I, 3 (60a 32, 51, 55), jer. Gittin IV, 4 (45d 32, 34, 41, 58, 62), Gittin 38 b, 39 a, 40 a. 43 b, 44 b, Kid. 6b, Archin 29b, Themura 25b. s) Gittin I, 4 (9a), ib. I, 5 (10a), ib. I, 6 (11b), B. m. I, 7 (18a), Gittin 9aff. oft. 4) Tos. Gittin II, 9. s) Jeb. 46 a, Gittin 38 a, 40 a, b, 45 a sehr oft. 6) Jer. Gittin 1,1 (43 a 62), Gittin 8 b, 23 b, Kid. 23 b, Themura 25 b. Siehe den I. Teil d. A. S. 183 (Jahrbuch S. 177), wo erwähnt ist, dass גט üie gewöhnliche Bezeichnung der Scheidungsurkunde ist. 7) Siehe den I, Teü d. A. S. 133f. (Jahrbuch S. 177f.). 8) Tos. Gittin 11,9, jer. Sota 11,2 (18a 21). Die übrigen Punkte, in welchen beide Urkunden sich gleichen s. in Jore Dea § 267,45—54. 9) Gittin IX, 3 (85 b).

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