Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 88)
- Language
- German
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16 meine Beete erquickt er, indem er mich hineinführt in die Geleise der Gerechtigkeit um seines Namens willen.“ Nunmehr ist im zweiten Teil von dem Schutz, den Gott der Seele gewährt, die Rede: ״Auch wenn ich wandle im Tal der Finsternis, fürchte ich mich nicht vor Bösem; denn Du bist bei mir.“ Besondere Beachtaug verlangt noch die Fortsetzung des Satzes: ״Dass es Dein Stock ist and Deine Stütze, das ist es, was mich tröstet.“ Die schwerste Beängstigung der Seele bildet das Schuldbewusstsein und die befürchtete Strafe; aber auch hier scheidet die Furcht aus, weil der Stab Gottes, die Strafe Gottes nur guten Absichten entspringt und der züchtigende Stab alsbald zur rettenden Stütze wird. (Der Gedanke geht parallel mit dem אף לילות יסרוני כליותי des 16. Psalms.) Furcht können dem Menschen auch seine Feinde einflössen. Aber das ist hier auch nicht der Fall; denn Gott deckt ihm den Tisch angesichts seiner Feinde, sie können es nicht hindern. Des frommen Psalmisten Becher ist überströmend, er hat noch mehr, als er braucht.; Besonders reizvoll und anziehend ist der Gebtauch von Bildern iii Psalm 97. In Vers 2 und 3 heisst es: ״Wenn auch Wolken und Nebel am ihn sind, d. h. wenn auch Gott sinnlich unsichtbar ist, so ist er doch durch die Übung der von ihm ausgehenden Gerechtigkeit erkennbar; denn Recht und Gerechtigkeit sind die Stützen seines Thrones. Ein Feuer geht von ihm aus und verzehrt seme Feinde ringsum.“ Das ist eben seine strafende Gerechtigkeit, deren Blitze d. h. ihre einzelnen Äusserungen, die Welt erhellen. wDie Berge zerfliessen wie Wachs“, das sind die ungerechten Ritter des Reichtums, der Macht und der Ehre. Die Gerechtigkeit tritt etrehso wohl in der pünktlichen Regelmässigkeit des Himmels zu Tage, wie in den Schicksalswaltungen aller Völker. Die Blitze der göttlichen Gerechtigkeit erschrecken die Götzendiener, während die ihrer Gerechtigkeit sich bewussten Töchter Zions jubeln können. Sie finden Schatz vor ihren Feinden auf Erden und erfreuen sich defe für die Zukunft aufbewahrten Lichtes. Die Parole des Psalms lautet darum: ״Ihr Freunde Gottes, hasset das Böse!“ Einer ausserordentlich wirksamen Verkettung des Bilderausdrucks unddes Anwendungsgedankens begegnen wir im Psalm 93. Es soll hier Gottes Allmacht nach einer ganz besonderen Seite