Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 85)
- Language
- German
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i 13 Bruche. Und doch, fährt der Psalm fort, hat erst vor kurzem ein grosses Ereignis, bei dem Gott den Plan der Feinde zerstörte, als sie Israel vernichten wollten, um dadurch Gottes Pläne 2m durchkreuzenj offensichtlich gezeigt, dass Gott sich nicht aus der Lebensrechnung streichen lässt. Der fromme Psalmist bittet Gott um ein neues derartig eindruekvolles Ereignis, wodurch die ganze Welt wiederum belehrt und zu Gott zurückgeführt werden könnte. Es sipd ähnliche ©e^ danken; wie sie auch im 46. Psalm den Kernpunkt der Belehrung bilden. Dabei wird hier besonders nachdrücklich betont, dass wir zu Gott das Vertrauen hegen dürfen, dass auch schlimme Ereignisse glückliche Erfolge zeitigen. ״Gott ist uns eine machtvolle Zuversicht, als Hilfe in der Not ist er gar sehr bewährt; darum fürchten wir uns auch dann nicht, wenn die Erde sich verwandelt und die Felsen wanken, die da festgewurzelt sind im Herzen der Meere.“ So fand vor kurzem eine furchtbare Überschwemmung in Jerusalems Umgebung statt, die aller Herzen mit Angst erfüllte;: Allein aus der Überschwemmung ergab sich eine geradezu überraschende Befruchtung des Bodens, so dass eine Ertragsfulte für Jahre daraus erwuchs. Aber auch wenn die Völker toben, fürchten wir uns nicht. Wohl können Revolutionen entstehen und Reiche ins Wanken bringen. Ihre Wirkung wird durch Gott überboten; denn wenn Gott seine Stimme ertönen lässt, zerfliesst die ganze Erde. So fand vor kurzem eine Völkerkoalitiön gegen Israel statt. Sie war fruchtlos und ergebnislos; denn Gott warf den Krieg zurück über die Grenzen des Landes. Blutige Köpfe der Feinde, zerbrochene Waffen, verbrannte Wagen waren das Ergebnis des Vernichtungsangriffs der Feinde gegen Israel. Wie kommt es aber, dass dennoch die Menschen Gott ver• leugnen und in schwerer Sünde sich ergehen? Davon spricht der 36. Psalm. Die Verführung durch die Leidenschaft hat daran Schuld. Die personifizierte Sünde üflgtel tritt heran an den Frevler (רשע) in der Menschenbrust; der Frevler ist kein anderer als die Leidenschaft. Die Sünde sucht des Menschen Geist zu umnebeln und ihn zu bereden, es gäbe keine Gottesfurcht, und das ist gleichbedeutend mit dem Gedanken, es gäbe keinen