Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 84)
- Language
- German
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wchtsaufErdeD. Vergehe auch mein Fleisch und mein Herz, der :Fels meines Herzens und mein Anteil bleibt Gott ewiglich.“ ß׳ Diesem Glück des Herzens gegenüber hat äusseres Glück,;wie es die Frevler gemessen, keine Bedeutung. Das Problem hat Kr das fromme Gemüt des Dichters seine endgültige Lösung ge* fanden. Es ist sicher die allein richtige Lösung, die Lösung auf dem Wege der Gefühlssicherheif, die Lösung der praktischen Vernunft, nicht der reinen Vernunft. Wir werden dem Problem noch in einem weiteren Psalm begegnen. Der 8. Psalm lehrt uns die Quellen der wahren Gotteserkenntnis erkennen; Die eine Quelle ist die Betrachtung der Natur, des Sternenhimmels, der uns der Künder der Weisheit, der Allmacht, der Gerechtigkeit, der Pünktlichkeit Gottes ist. Bewegen sich doch die ungeheueren Massen, denen gegenüber der Mensch ein winziges Stäubchen ist, so dass er im Gefühl seiner Winzigkeit und Schwäche?ergehen möchte, in voller Regelmässigkeit, ohne sich je zu stören, im freien Baum. Die :zweite Quelle ist die Betrachtung des lallenden Kinder* mundes, der die ersten Sprechversnche macht. In ihnen äussert sich der Geist, die Vernunft. Wenn es aber einen Geist gibt, gibt ob auch einen Allgeist, aus dem der Geist des Menschen geflossen if& Das Bewusstsein dieses uns innewohnenden Geistes gibt uns Selbstgefühl und Selbstbewusstsein. Wir wissen, dass uns Gott alles zu Füssen gelegt hat, dass wir durch den Geist zu Beherrscbern der Natur werden. ד י Der lallende Kindermund ist darum die beste, die stärkste Widerlegung aller Feinde Gottes, der Materialisten, der Atheisten, der Monisten; Damit uns die Schwäche nicht übermannt, damit uns anderer^ seit» das Selbstgefühl nicht zum Hochmut treibt, werden beide Gefühle durch die Gottesfurcht, durch die Demut überwunden, d. h. auf das rechte Maas zurückgeführt. < , Woraus entspringt denn aber in der Tat die Gottesleugnung? Sie entspringt aH$ der Undankbarkeit. Nur der Undankbare, so sagt der 14 Psalm, spricht, es gibt keinen Gott. In der Undankbarkeit ist die Gottesleugnung begründet; Und welche Folgen ergeben sich daraus? Sie sind unheilvoll genug, Die Menschen artenaus,vollbringen scheusßliche Taten. Die Moral geht in die