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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1929-01-01 · XXi (1929) · page 83

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXi (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 83)
Language
German
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IRI
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li waren. Er empfand Neid, wenn er das Gluck der Frevler betrachtete. Sie haben einen leichten Tod trotz ungebrochener Körperkraft und wie sehr müssen die Menschen gerade sonst mit dem Tode ringen! Der Psalmist schreitet in seiner Betrachtung rückwärts vom Tode zum Leben. Der Tod schreckt jeden Menschen; darum wird es als besonders auffälliges Moment dargestellt, dass gerade den Frevlern trotz ungebrochener Kraft und strotzender Gesundheit de? Tod leicht wird. Nun blickt der Psalmist auf das Leben der Frevler zurück. Die Frevler werden von den Leiden der Menschen verschont und werden dadurch übermütig. Er schildert uns ihr von ihrem materiellen Streben Zeugnis ablegendes Äussere. Vor Fett treten ihre Augen hervor, sie leiden an körperlicher und geistiger Herz* Verfettung. Er zeigt, wie sie die Menschen von oben herab behandeln und gegen Gott ihre verstiegenen, heftigen Worte richten. Kann es uns wundern, wenn die Menschen die Allwissenheit Gottes zu leugnen beginnen? Die Frevler, in ihrer Buhe und Sicherheit ungestört, erlangen ein Höchstmass an Kraft. Er, der fromme Sänger, der sein Herz rein erhalten hat, erleidet Strafe und Zurechtweisung Tag für Tag. Er würde gern offen über das Problem sprechen; allein er empfindet es, dass er damit treulos gegen die Menschen handeln würde, die er in seine quälenden Zweitel mit hineinzieht. Der Psalmist bemüht sich, auf dem Wege der wissenschaftlichen Erkenntnis das Problem zu meistern; aber das war ein aufreibendes, vergebliches Beginnen. Erst als der Psalmist sich in das Heiligtum hineinbegab, als er vom Standpunkt der Religion und Gottesfurcht, vom Standpunkte der praktischen Vernunft sich an die Lösung der Frage heranwagte, da erkannte er die Notwendigkeit der Scheidung zwischen äusserem und innerem Gluck und in der Wahl zwischen beiden kommt er zu der Ansicht, dass er bisher wie ein Tor und ein Tier Gott gegenüberstand. Jetzt empfindet er als das grösste Glück die Gottesnähe, das Bewusstsein, sich auf Gott stützen zu können, das Bewusstsein, in Gottes Bat geborgen zu sein, fest und unerschütterlich in! Leben durch den Bat Gottes da zu stehen und dann in Ehren von Gott aufgenommen zu werden.. Die Gottesnähe ist sein objektives Gluck, das Bewusstsein <ber Gottesnähe sein subjektives Glück. > : ״Wen hätte ich im Hmrael und neben Dir wünsche ich mi!

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