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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1929-01-01 · XXi (1929) · page 81

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXi (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 81)
Language
German
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IRI
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Hallelujoh zu Ehren Gottes einzustimmen und zwar zuerst die Wesen der leblosen Natur, dann die der belebten Erdenwelt, alsdann die Menschen in allen Ständen und Berufsklassen, in allen Lebensaltern und Geschlechtern; alle sollen sie in das wohlbegründete Lob Gottes einstimmen, vor allem Israel, dem Gott nahe steht, dem er Kraft und Stärke verleiht, und ganz besonders die Frommen Israels, die unverrückt auf Gott, das Wesen ihres Ruhmes und Sanges, hinblicken. Wir wenden uns nunmehr solchen Psalmen zu, die bestimmte Probleme der Lösung zuzuführen sich zum Ziele setzen. Ein Problem, das die ganze heilige Literatur durchzieht, das auch in einem hesonderen Buche seine Behandlung findet, ein Problem, das nach den Mitteilungen der Weisen schon einen Moseheh beschäftigte, wie es auch dem Propheten Jeremia quälende Fragen an Gott abrang, das ist das Problem der Theodicee, d. h. das Problem der Rechtfertigung Gottes ob des Vorhandenseins des Übels in der Welt, die Erklärung" der auch für das oberflächliche Auge unleugbaren Tatsache, dass es im Leben den Guten oft schleeht, den Bösen aber gut geht. Widerspricht das letztere der Gerechtigkeit Gottes, so ist die erstere Beobachtung nicht in Einklang zu bringen mit der Güte Gottes. Der Dichter des 11. Psalms spricht seine Überzeugung aus, dass tatsächlich die Fundamente der Welt, die Grundlagen der menschlichen Gesellschaft, die mit der Gerechtigkeit Gottes gleichbedeutend sind, ins Wanken kommen müssen, wenn nicht für diese Frage eine ausreichende Antwort gegeben werden kann. Er kömmt zu der Lösung, die auch die Lösung des Buches Hiob ist, dass die Leiden, die der Gerechte erfährt, eine Prüfung darsteüen, eine Probe sein sollen für die Wahrheit und Gediegenheit des Zusammen- Schlusses mit Gott. ״Der Ewige prüft den Gerechten, aber den Frevler und den, der Gewalt liebt, hasst seine Seele.“ Das ist aber nur die eine Seite des Problems; die andere ist die Frage, ״warum geht es den Frevlern gut?“ Hier greift zunächst der 92. Psalm ein. Sein Verfasser hehauptet, dass nur ein Tor an dem Glück der Frevler Anstoß nehmen kann. Der tiefer Blickende erkennt, dass das Glück der Frevler nur ein Scheinglück, nur ein vorübergehendes isL_ ,

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