Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 79)
- Language
- German
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7 So ist Sinn, Zweck und Anlage des prächtigen Hailel-Gebeteä aufzufassen. Wir halten es für zweckmässig, schon im Interesse der Schale und Jugendbildung, zunächst auf eine Reihe wohlbekannter Psalmen hinzuweisen, bei denen die meisterhafte, logische Gedankenentwikkelung, die sich in der Disposition kundgibt, augenscheinlich ist und uns dann mit solchen Psalmen zu befassen, die nicht immer an der Oberfläche liegende Probleme meistern. Nehmen wir einmal den 145. Psalm, Tehilloh ledowid. Seinem Aufbau liegt die bekannte Zweiteilung der Eigenschaften Gottes zu gründe, die in die übernatürlichen und moralischen Eigenschaften zerfallen. Übernatürliche Eigenschaften sind solche, die wir nicht nachahmen können; moralische solche, die wir nachahmen können und sollen. ..Der Psalmist preist Gott in zweimal zwei Absätzen, zuerst einmal immer für die übernatürlichen und dann für die moralischen Eigenschaften. Die Teile sind 1—6, Preis für die übernatürlichen Attribute Gottes: ״Gross ist der Ewige und gerühmt gar sehr, seine Grösse hat keine Erforschung. Ein Geschlecht lobt dem anderen Geschlecht Deine Werke und Deine Stärke verkünden sie; darum will auch ich — so ist zu übersetzen! — von dem Glanz der Herrlichkeit Deiner Majestät und den Worten Deiner Wunder erzählen. Die Macht Deiner Erhabenheit sprechen sie aus; darum will auch ich Deine Grösse erzählen.4‘ V. 7—9 ist ein Preis für die moralischen Eigenschaften:' ״Die Erinnerung an Deine grosse Güte lassen sie ausströmen und über Deine Gerechtigkeit jubeln sie. Gnädig and barmherzig ist Gott, langmütig und von grosser Gnade; gütig ist Gott .gegen alle und seine Barmherzigkeit erstreckt sich über alle seine Geschöpfe.“ Y. 10—13 ist wiederum ein Lobsprnch für Gottes über das Wesen der Menschen hinausgehenden Eigenschaften und Vers 14—21 für die Eigenschaften der Güte, der Treue, der Liebe, der 'selbstlosen Hilfe, der Gerechtigkeit und Wahrheit Gottes. Dass der Psalm, äusserlich betrachtet, alphabetisch geordnet ist, soll nur nebenher erwähnt werden. Psalm 146 will uns das wahre Vertrauen schildern. Sacht Eueren Rückhalt nicht bei den Menschen, vertrauet nicht auf hochgestellte Personen, auf Fürsten und Könige; denn heim besten