Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 77)
- Language
- German
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5 die Fürsten seines Volkes. Er Setzt die Unfruchtbare des Hauses ein als freudige Mutter der Kinder. Dabei ist noch auf eine besondere sprachliche und inhaltliche Feinheit in diesem 113. Psalm hinzuweisen. Das Prädikat מהולל. das für Gott in den Gedanken der Völker T : zutreffend ist, hat immer nur Gottes Grösse und Machtfülle im Auge. ״Vom Aufgange der Sonne bis zu ihrem Untergange ist gerühmt מהולל der Name Gottes.“ Der Dichter verlangt mehr als das. Er verlangt, es sei der Name Gottes ״?בורךgepriesen“ von jetzt ab bis in Ewigkeit. Dieses Prädikat ist nur anwendbar, wenn wir Gottes Grösse in Verbindung mit seiner Liebe ausdrücken, eine Verbindung, vermöge deren er sich als der mit Machtfülle und Güte zugleich ausgestattete Schicksalslenker bewährt. Diesen Gott hatten die Völker noch nicht gekannt, sie haben ihn erst kennen gelernt beim Auszuge aus Ägypten, wo sich das erhabenste Wesen des niedrigsten und gequältesten Sklaven angenommen hat zum Erstaunen der ganzen damaligen Welt In der Tat schildert darum der Dichter die Verblüffung der Welt, die etwas Derartiges noch nicht erfahren hatte, und in einer nicht zu überbietenden poetischen Darstellung greift der Dichter zu dem Zwecke der Schilderung der vollständig umgewandelten Gedankenwelt der Menschheit zu dem Mittel, dass er behauptet, das Meer wäre geflohen, die Flüsse hätten ihren Lauf verändert, die Berge wären von ihrem Platze gerückt und die Hügel wären gehüpft wie junge Lämmer. Aber nicht die äussere Welt ist verändert, nein, die innere Welt, die Gedankenwelt der Menschheit war von Grund aus umgewandelt. Nichts war mehr fest, alles war in Fluss gekommen, die altgewohnten Anschauungen waren vollständig überwunden, alles, auch das Festeste war entwurzelt. Warum der Dichter uns das alles schildert? Nun, das sagt uns der 115. Psalm. Der Dichter selber befindet sich in einer unglücklichen, verzweifelten Lage und bedarf dringend der Hilfe des allmächtigen und doch so gütigen Gottes. Wir fühlen den ganzen Schmerz seiner Seele, seine furchtbare Enttäuschung, dass die Völker angesichts seiner Notlage ihn verhöhnen mit den Worten: ״Wo ist denn ihr Gott?“ Wir verstehen es, dass der Dichter die Bettungaus seiner Notlage nicht nur als eineAngelegenheitseiner