Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 372)
- Language
- German
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336 Öffentlichkeit zugänglich gemacht. ״Die von ihm selbst gesprochenen und geschriebenen Worte werden .... all jenen, die ihn geliebt haben, das Bild einer edlen Persönlichkeit vor die Seele zaubern4‘, so schreibt im Geleitwort Rabbiner Dr. Heinrich Cohn, ein Sohn des Dahingeschiedenen. Das Buch zerfällt in vier Teile: Betracbtungen zu den Feierstunden des Jahres. Beiträge zur jüdischen Kultur- und Literaturgeschichte. Aus bewegter Zeit. In treuem Gedenken. Aus all diesen Predigten, Vorträgen, Abhandlungen und Reden erkennen wir immer wieder den von Jugend an allbeliebten und edlen Menschen. Den Aufgaben unseres Jahrbuchs entsprechend haben wir uns hier weniger mit den mustergütigen Predigten des gefeierten Kanzelredners zu beschäftigen, als mit dem zweiten Teile, welcher der Forschung und der Verbreitung ihrer Resultate gewidmet ist. Aber auch die Gedenkreden des vierten Teiles sehen wir als eine Bereicherung der jüdischen Geschichtsschreibung an. In liebevoller Weise werden hier Führer und Lehrer der Gesamtheit der deutschen Juden geschildert. Ein Schüler und Freund berichtet uns hier nicht die Daten aus dem Leben der Gefeierten; das könnten wir auch ans Akten und anderweitigen Darstellungen schöpfen. Was uns hier geboten wird, sind lebensvolle Charakterbilder, wie sie nur ein aufmerksamer, mitfühlender und mitstrebender, für geschichtliche Auffassung und Darstellung begabter Augenzeuge geben kann. Wir denken hier besonders an die lebensvollen und künstlerischen Zeichnungen: R. Israel Hildesheimer, Mein Lehrer als Prediger. R. David Hoffmann, Der Sennheimer Raw. Aufmerksam gemacht sei hier ebenfalls auf das Bild . eines vorbildlichen Gemeindevor- Stehers in dem Nachruf auf Samuel Dreyfus Neumann. Aus den historischen Beiträgen des zweiten Teiles heben wir hervor: Raschi, Lebte R. Ascher ben Jechiel in Basel? Ist Shylock ein Jude? Eine alte Megillat Esther. Eigene Forschung vereinigt sich in diesen Aufsätzen mit souveräner Beherrschung der vorliegenden Literatur. Das klare Denken und der richtige Blick des Autors zeigt sich besonders bei Zurückweisung der Annahme, dass Rabbi Ascher b. Jechiel sieh vor seiner Übersiedlung nach Spanien längere Zeit in Basel aufgehalten habe. Überzeugend wird nachgewiesen, dass ein als Basler Rabbiner genannter Rabbi Rasor, in welchem man den Rosch zu erkennen glaubte, mit diesem nicht identisch sein