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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1928-01-01 · XIX. (1928) · page 354

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIX. (1928)
Date
1928-01-01
Page
– (sequence 354)
Language
German
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IRI
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318 Nach einer Tradition sollen hier schon zur Zeit des zweiten Kreuzzuges Juden gewohnt haben, es lässt sich dies jedoch nicht beweisen. Wie B. H. Auerbach in der ״Geschichte der Israelitischen Gemeinde Halberstadt״ mitteilt, soll die Vermutung bestanden haben, dass die 1197 erbaute Martinikirche eine Synagoge gewesen sei. Diese Vermutung stützt sich au! das Vorhandensein eines eingebauten, mit hebräischer Inschrift versehenen Steines, der aber nur der Gedenkstein für den Theologen Heinrich Rixner (gest. 1692 zu Halberstadt) ist. Ebenso ist in den Urkunden der ältesten jüdischen Gemeinden Deutschlands, in denen von den Judenverfolgungen zur Zeit der ersten beiden Kreuzzüge (1096—1146) berichtet wird, Halberstadt nicht aufgezählt. Dagegen findet man oft Ortschaften erwähnt, die in der näheren Umgebung liegen, wie z. B. Quedlinburg, Derenbürg, Groningen, Nordhausen, Magdeburg, Halle. Eher könnte man die Gründung der Halberstädter Gemeinde auf einige Juden aus Halle zurückführen, die während der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderte infolge einer Judenmetzelei hierher flüchteten. Doch haben wir es hier nur mit Vermutungen zu tun. So bleibt die erste und sicherste Quelle der politische Akt des Bischofs Volradus. Die Juden waren unter dem Schutze dieses Privilegs durch Fleiss und Arbeit zu Wohlstand gekommen. Das erregte den Neid der christlichen Mitbürger, und so wandelte sich die bisher günstige politische Stellung der Halberstädter Judenschaft in das Gegenteil um. Das Märchen vom Ritualmord blühte damals auf und ergriff auch die Halberstädter Bevölkerung. Das Stadtrecht, gegen Ende des 13. Jahrhunderts niedergeschrieben, verbot den Bürgern bei Todesstrafe den Verkauf ihrer Kinder an Juden. Von da ab ist weder in christlichen, noch in jüdischen Chroniken etwas über das Schicksal der Halberstädter Juden zu lesen. Zur Zeit des schwarzen Todes mass man bekanntlich den Juden die Schuld an dieser Seuche bei. Halberstadt wird nirgends erwähnt. Caspar Abel berichtet in seiner Chronik ״Von den Geschichten und Kriegen der Sachsen, bis aufs Jahr 1438“ von Judenverfolgungen, die im Jahre 1334 stattgefunden haben. ״De Jodden hir in dem Lande to Sassen und Doringk de makeden hemeliken Fenyn unde vorgifft, unde geven de Vorgifftenisse in Bornen Water unde velen Dingen, dat de Kristen plegen to brukende, dat kam uth van eynem

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