Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 346)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3486266-3486303--7585-3493962- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Symbolik einen Raum gewährt habeD, der ihre Bedeutung ahnen lässt. Die Zusammengehörigkeit der schriftlichen und mündlichen Lehre findet auch hierin ihren Ausdruck; sie beweist das Einfühlen der Talmudweisen und Dezisoren in den Geist des Gotteswortes. Die von S. R. Hirsch (a. a. 0. S. 213) in der Einleitung und in den ״Vorfragen“ gemachten, tief schürfenden Ausführungen zeigen auch die Grenzen einer Untersuchung der späteren Symbolik. Auch hier gilt es nicht die Regeln zu finden, nach denen Ideen durch Symbole auszudrücken sind, sondern zum Verständnis der Symbole zu gelangen, aus ihnen auf die Gedanken, die ihnen innewohnen, zu schliessen. Auch hier haben wir zu prüfen, ob die Vorschriften unserer Weisen Gegenstände und Handlungen als Symbol erklären, sie in der Absicht anordnen, durch sie bestimmte Gedanken zu wecken, ob zu ihren Ursachen oder Wirkungen symbolische Be- Ziehungen bestehen müssen? (a. a. 0. S. 255). Dass unsere Weisen die Erfüllung der Vorschriften nicht in ihrer ursprünglichen, primitiven Bedeutung, sondern als Ausdruck der Idee der Gottesverehrung aufgefasst wissen wollen, (a. a. 0. S. 220), dass dies die Absicht sein muss, die ihr zu Grunde liegt, erhellt aus dem Grundsatz, 1מצות צריכות כונה), dass die Gebote nicht gedankenlos erfüllt werden dürfen, dass die Absicht und die Gedankeneinstellung erst die Seele der Vorschrift ist, dass z. B. ein Gebet ohne diese einem Körper ohne Seele gleicht, ja, dass die hingebungsvolle Absicht die mangelnde Ausführung ersetzen kann, nach dem Ausspruch des Rabbi Schimeon ben Asai: Ob der eine viel und der andere wenig gibt, wenn er nur sein Herz auf den Himmel richtet2.״) Das Herz auf den Himmel zu richten, ist Ziel und Bestimmung dessen, der dieser Gesinnung in Wort und Tat Ausdruck verleiht. Es muss daher das Herz bewahrt werden vor Allem, was der Richtung auf den Himmel entgegen steht, es darf das Herz nicht die Blöße des Körpers sehen.3) Ein Gürtel soll darum symbolisch die Trennung des Herzens4) von der Blöße bewirken,5) soll gleich dem Gürtel der Priester die ״Sammlung aller Kräfte für positive Lebenserfüllung, eine Sammlung, die sündhaften Sinnen keinen שבח י,(״ מנחות ק״י(ג ב״ה כ״ח: ,פסח' קי״ד:(* ש״ע או״ח סי' צ״א (״ ברכות כ״ה (4