Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 345)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3486266-3486303--7584-3493961- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
309 Die Erinnerung an die Versündigung beim goldnen Kalb wachzuhalten, ist die Absicht der Bestimmungen bei der Zubereitung der Asche der roten Kuh (IV. B. M. 19,22). Vom eigenen Besitztum sollen die Israeliten die rote Kuh hergeben, zur Sühne dafür, dass sie damals ihr eigenes Gold für das goldene Kalb hergaben. Die Kuh sühne für das Kalb, wie die Mutter für die Tat des Kindes aufzukommen hat. Kot sei die Kuh, wie die Sünde als rot bezeichnet wird, fehlerfrei sei sie, auf dass Israel, das fehlerfrei war und fehlerhaft geworden, durch ihre Sühne wieder fehlerfrei werde. Sie darf noch kein Joch getragen haben, wie Israel das Joch des Himmels von sich abgeschüttelt hat. Dem Eleasar soll sie gegeben werden, wie damals das Volk sich um Aron, den Priester versammelt hat, Aron selbst aber, der das Kalb verfertigt hat, kann nicht als Fürsprecher für es eintreten; man verbrenne die Kuh, wie das Kalb verbrannt worden ist. Die drei Arten, Zedernholz, Ysop und karmoisinrote Wolle entsprechen den 3000 Mann, die wegen der Sünde des goldenen Kalbes gestorben sind. Die grösste und kleinste Pflanze sind vertreten, als ״Zeichen“ dafür, — deutlich kommt hierin die Symbolik zum Ausdruck, — dass das Grosse, das sich überhoben und gesündigt hat, sich erniedrigen soll wie Ysop und Wurm, damit es Sühne erlange. Aufbewahrt werde die Asche, wie die Sünde des goldenen Kalbes aufbewahrt bleibt, für die späteren Geschlechter zur Strafe, die in jedem Verhängnis sich auswirkt. So wie das Kalb alle verunreinigt hat, die mit ihm sich befasst haben, so auch, die Kuh; wie sie erst rein geworden sind, als das Kalb zu Asche verbrannt, so werden sie erst rein durch die Asche der Kuh. Diese Beispiele zeigen, dass Rabbi Mosche Hadarschan seine Erklärung der Symbolik in einem abgerundeten System um die historische, nationale Betrachtungsweise konzentriert hat, die die Ereignisse der Geschichte des Volkes durch symbolische Handlungen im Gedächtnis bewahrt sein lässt. II. Die Symbolik der nachbiblischen Schriften. Eine Betrachtung der symbolischen Bestimmungen der nachbiblischen Schriften lässt erkennen, dass unsere Weisen זצ״ל im Geiste der Bibel in ihren Anordnungen und Anssprüchen der