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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1928-01-01 · XIX. (1928) · page 331

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIX. (1928)
Date
1928-01-01
Page
– (sequence 331)
Language
German
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m der Fürsprecher der Pijutim ist die Tesch. 1 in Teschuwo Meabawo des Prager Rabbiner Elasar Flekeles (Ende des 18., Anf. des 19. Jahrhunderts). Derselbe bringt auch eine last erschöpfende Zusammenstellung der Citate von Pijutim. Zunz, der die gelehrte Abhandlung in seinem Buche .,Zur Geschichte der synagogalen Poesie“ erwähnt, wird derselben nicht voll gerecht, was sowohl den sachlichen als auch literarischen Wert betrifft. Abgesehen von dem überaus reichen Schatze von Citaten, bei welchem besonders darauf hinzu weisen ist, dass der Autor nicht bloss, wie hei ihm selbstverständlich, die von den talmudischen Commentatoren gebrachten, sondern auch die von den Bibelcommentatoren, besonders die von Raschi so zahlreich angeführten Pijutim, voll berücksichtigt, behandelt er fast alle mit den Pijutim zusammenhängenden Fragen, wenn auch freilich nicht in einer der modernen Wissenschaft entsprechenden systematischen Weise. Vor Allem bringt er in der alten interessanten Frage, ob Pijutim im Gebete gesagt werden sollen, Gegner und Fürsprecher mit allen ihren Argumenten, wobei er den Ibn־E8ra sehr rücksichtsvoll behandelt. Ferner erörtert er in ganz ausführlicher Weise die El. hakalir Frage und zwar nicht blos vom Standpunkte der talmudischen Commentatoren und Nachautoren, sondern er bringt auch die in seiner Zeit modernsten Ansichten, wie dass der Kalir ein Zeitgenosse der Gaonim war, ohne darüber den Stab zu brechen. Bei einzelnen besonders interessanten Pijutim begnügt sich der Tesch. Meab. nicht mit der blossen Anführung, sondern bringt den ganzen Complex, der sich an diese knüpfenden Discussionen und eventuell seine eigene wohl abgewogene Meinung (bei den Arba Peisos in der Awoda von Jom Kippur und bei der Frage, ob der Kalir Pijutim direkt für den 2. Tag Jomtow geschrieben hat). Er lässt sich auch in eine verständnisvolle Besprechung der eigentümlichen oft schwer verstandliehen Sprache der Pijutim mit vielen eigens künstlich gebildeten Ausdrücken ein. Zuletzt aber führt er die zur Charakterisierung der halachischen Pijutim so wichtige, in gewisser Beziehung mit der modernen Auffassung des Verhältnisses zwischen Pijut und Predigt fast übereinstimmende Darstellung des Chok Jakow (Orach Chajim 429,2) an, in welcher dieser unsern Minhag, dass wir, entgegen der Anordnung, 30 Tage vor den Festtagen und an diesen selbst halaehische Vorträge zu halten, es nicht tun, dadurch recht-

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