Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 329)
- Language
- German
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Die Bedeutung der Pijutim als halachische Quellen. Von Dr. Isidor Jeiteles, Prag. Eine der interessantesten Erscheinungen der jüdischen Literatur ist, dass selbst die Poesie, soweit sie mit der Liturgie zusammenhängt, resp♦ liturgische Zwecke verfolgt, im reichen Maße halachische Themata und Momente zum Gegenstände ihrer Betrachtungen wählt und diese verarbeitet. Daher kann es uns andererseits nicht wundern, wenn fast rein halachische Arbeiten, wie es die Commentare des Talmud sind, solche Pijutim oft als Beweis- und Erkenntnisquelle anführen. Dies ist besonders in den Tosafos auf den Talmud der Fall (seltener bei Easchi, der wieder oft Pijutim in seinen Bibel commentaren bringt) aber auch bei anderen Deeisoren: Mordechai, Mhram Eotenburg, Or Serua, Mhril u. a. bis auf den neuzeitlichen Mischnacommentar des Tosafos Jomtow herunter. Es erscheint daher auch in halachiscber Beziehung von wichtigem Interesse solche Stellen anzuführen und auch ihr Verhältnis näher zu betrachten. Es ist vielleicht nicht überflüssig in dieser Einleitang zu erwähnen, dass seit dem Anfänge schon zu den Pijutim selbst als Einschiebungen im Gebete von den halachischen und anderen Autoritäten eine verschiedene Stellung eingenommen wurde. Es lassen sich zwei Parteien konstatieren, die eine gegen die Pijutim, die andere für dieselben, oder wenigstens nicht in direkter Opposition zu ihnen. Die Opposition lässt sich wieder auf verschiedene Gründe zurückführen; rein halachische wie Bamham (Tesch. 72 u. 127), Tur, Abudrhara. Bekannt ist die Gegnerschaft des lbn-Esra aus ästhetischen, stilistischen und grammatischen Einwendungen besonders gegen den Kalir (Commentar zu Koheles Cap. V, 1) in Wajigasch, I, 46. 23 mit der Erwiderung des Bamban, dann in