Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 299)
- Language
- German
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263 In kleineren Gemeinden soll kein Vater einen Lehrer für seine Kinder allein nehmen, sondern andere Kinder am Unterrieht teilnehmen lassen. 1726 Hamburg-Altonaer Gemeinde (Granwald, Die Statuten der ״Hamburg-Altonaer Gemeinde“ von 1726;*) ders., Gemeindeproklamationen der Dreigemeinden von 1724—1734).־) Die Lehrer müssen vom Vorstand eine Erlaubnis zum Unterrichten einholen. Man hält auch am Sabbath Cheder. Zusammenarbeit von Cheder und Jeschibah durch gleichzeitige Durchnahme desselben Talmudtraktats. Es wurde bereits im 1. Teil der Arbeit (S. 147) kurz daran! hingewiesen, dass dieser überraschende Aufschwung des Schulwesens wohl mit der Einwanderung polnischer Flüchtlinge zusammenhängt• Dieser Umstand ist seither nicht beachtet worden. Man hat geglaubt, das polnische Element habe ungünstig au! das deutsche Judentum gewirkt, unter seinem Einfluss sei auch das jüdische Schulwesen Deutschlands in Verfall geraten (Strasburger, Geschichte der Er- Ziehung und des Unterrichts bei den Israeliten S. 167). Wie kommt es nun, dass gerade in dieser Zeit — die Verfolgungen landen um 1648 statt, die verschiedenen Bestimmungen stammen, wie wir gesehen haben, hauptsächlich aus den Jahren 1641 — 1726 —dem Cheder in solch grossem Umfang sich das allseitige Interesse zuwandte? Noch unverständlicher ist aber die Behauptung, von Polen sei ein ungünstiger Einfluss ausgegangen, da man in Polen damals dem Unterricht grosse Aufmerksamkeit widmete. Aus einer Sehrift . dieser Zeit (Nathan Hannover, Jawen Mezula) können wir entj nehmen, dass dort Cheder und Jeschibah auf sehr hoher Stufe ,י standen, dass man dort schon damals ähnliche Bestimmungen getroffen hatte, wie sie uns später in Deutschland begegnen. Auf Grund dieser Erwägungen ist der Schluss erlaubt, dass die Ein- J Wanderung der polnischen Juden diesen Aufschwung hervorrief. Man kommt damit zu einer ganz anderen Beurteilung dieses Zeit-! abschnittes, als die jüdische Geschichtswissenschaft es seither gelehrt, , nicht nur in Bezug auf das Erziehungswesen, sondern auch in Bezug ף Mitteilungen d. Ges. f. jüd. Volkskunde XI. H ») Dass., 1911.!1