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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1928-01-01 · XIX. (1928) · page 297

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIX. (1928)
Date
1928-01-01
Page
– (sequence 297)
Language
German
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261 Nachträge zu Teil I. der Arbeit im Jahrbuch XVIli. Zu Seite 151 Z11 den verschiedenen Klagen über häufigen Lehrerwechsel, die in Güdemanns Quellenschriften verzeichnet sind, sei hier ergänzend die Autobiographie eines Anonymus aus der 2. Hälfte de» 17. Jahrhunderts genannt, die nach einer Handschrift in ״The Jewish Quarterly Review1‘ 1917/18 S. 268 von Prof. Marx erstmalig veröffentlicht wurde. Sie bildet eine gute Ergänzung zu den übrigen Nachrichten über das Schulwesen der damaligen Zeit. Besonders scheint mir auch noch die Tatsache erwähnenswert, das» der Schreiber erzählt, neben vielen anderen habe er auch einen Talmudlehrer gehabt, dessen Frau ihm gleichzeitig in ,,Gottesfurcht und Moral4‘ יראת ד ודרכי מוסר unterwiesen habe. In dem hebräischen Teil des ״Schire Jehuda“ (S. 166) von Juda Löb ben Moses befindet sich eine Schilderung des Lehrer- Standes am Ende des 17. Jahrhunderts, die in Güdemanns Quellen- Schriften fehlt. Sie erscheint mir wichtig genug, um sie hier (in deutscher Übersetzung) nachzutragen: ״In unseren Gegenden (d.h. Deutschland) gibt es selten Lehrer, die ihre Frauen und Kinder dabei haben, wie es bei den Portugiesen in anderen Ländern der Fall ist (gemeint sind wohl die portugiesischen Gemeinden in Holland und Hamburg). Jeder mietet sich seinen eigenen Hauslehrer, der an seinem Tische speist. Daher wehrt der Lehrer dem Schüler nicht, denn er fürchtet das Geschrei der Eltern, wenn er das Kind schlägt, und hat Angst, seine Stelle zu verlieren. Zweitens denkt der Lehrer, warum 8011 ich mich all diesen Unannehmlichkeiten aussetzen, da er die Stelle doch nicht als dauernd ansieht und er sie doch bald aufgibt, um in seine Heimat zurückzukehren oder um eine andere Stelle anzunehmen. Hauptsächlich aber schlägt er deshalb seine Schüler nicht, um sich den Namen eines guten und tüchtigen Lehrers zu erwerben. All dies habe ich kennen gelernt... Dadurch werden die Kinder mutwillig... Auch deshalb können die Lehrer ihre Schüler nicht erziehen, weil sie selbst noch der Erziehung bedürfen... Auf sie passt der Ausspruch der Weisen: ״Sagt einer zum andern: Entferne

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