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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1928-01-01 · XIX. (1928) · page 295

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIX. (1928)
Date
1928-01-01
Page
– (sequence 295)
Language
German
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259^_ ausländischen Literaturkreis entlehnten Stoffe. Es fehlen in diesen Werken auch vielfach die vorgedruckten Approbationen von Rabbinen, ohne die im allgemeinen kein jüdisches Buch die Druckerpresse verliess. Man liess das Volk gewähren, da man nichts dagegen machen konnte, aber gern sah man diese Art der Unterhaltungslektüre nicht; es gab ja genug jüdische oder wenigstens im jüdischen Sinn bearbeitete allgemeine Themen. Es ist irrig anzunehmen, das Streben nach Profanbildnng datiere erst aus der Mendelssohnschen Zeit. Bereits die oben genannten Nachweise weltlicher Bildung gehören einer früheren Epoche an, und es lassen sich — wenn man über Frankfurts Mauern hinausgeht, — leicht noch mehr zusammenstellen.י) Vielfach verhielt man sich in den religiös-führenden Kreisen gegenüber allem dem Judentum Fernliegenden ablehnend. Da ist es nun interessant eine Autorität zu hören, die einen etwas abweichenden Standpunkt einnimmt; es ist dies R. Jakob Emden (1697—1776). In einem Gutachten an einen jüdischen Studenten der Medizin in Göttingenl 2) nimmt er gegen Schluss seiner Ausführungen auch Stellung zu der Frage, wie das jüdische Gesetz über profane Studien urteile. Nachdem er gezeigt, dass die Philosophie zu verwerfen sei, da das wenige Gute und Richtige von dem Falschen bei weiten überwogen werde — selbst nach Ansicht des Maimonides sei sie nicht jedermann zu empfehlen, — fährt er fort: ״Anders verhält es sieh jedoch mit der Naturwissenschaft. Sie ist eine erlaubte, lobenswerte Wissenschaft, und dazu notwendig, das Werk des Ewigen und sein gewaltiges Schaffen zu erkennen. Besonders notwendig ist auch ihr Teilgebiet: die Medizin, da von ihr das Leben der Geschöpfe abhängt.Zwar ist durch müssige Spekulation und Theorien auch diese Wissenschaft verfinstert.trotzdem soll man sich mit ihr bemühen,.soll aber darüber das Studium unserer heiligen Lehre nicht vernachlässigen."‘ Sie stimmt auch ziemlich überein mit der Stellungnahme des späteren Rabbiners Pinchas Horovitz gegenüber der deutschen Bibelübersetzung von l) Eschelbacher, Die Anfänge allgemeiner Bildung unter den deutsehen Juden vor Mendelssohn. (Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden.) *) Emden, Sche’ilath Jabez, Nr. 41. Das Gutachten ist aus dem Jahre 1737 datiert. 17*

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