Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 292)
- Language
- German
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256 Landkarte den Berg Sinai zu entdecken, und beim Anblick eines Schafhirten dachte er an weiter nichts als an die Schleuder des kleinen David, womit er den Riesen Goliath getötet.4* (Schnapper- Arndt, Jugendarbeiten Ludwig Börnes über jüdische Dinge, IV, 237.) Als weiteres Hilfsmittel für den Geschäftsverkehr sind die Briefsteller zu betrachten. Diese erschienen in grosser Zahl in hebräischer und in jüdisch-deutscher Sprache. Sie enthielten neben einer Zusammenstellung von Einleitungs- und Schlussformeln eine Reihe Briefe für die verschiedensten Anlässe: Familien-, Bitt-, Dank- und Geschäftsbriefe. So enthält z. B. der Briefsteller ״Toldoth Adam“1) insgesamt etwa 160 vollständige, ausgeführte Briefe, u. a. Mahnbriefe an einen säumigen Schuldner, Antwort desselben, Bitte an einen Freund, rückständige Forderungen einzutreiben, Bitte um ein Darlehen, um ein Geschäft zu ermöglichen, Rückerstattung desselben und Dank dafür, Einholung von Auskünften u. a. m. Es seien hier noch die Titel einiger anderen Briefsteller genannt: Jacob ben Moses Hakohen, Magal Haomer, und Marssen, Tikkun Socharim Wetikkun Chilufim. Am schwierigsten, weil am weitesten verzweigt, ist die Dar- Stellung der Unterhaltungslektüre.2) Es sei hier zunächst die Erbaaungsliteratur genannt, die eigentlich nicht hierher gehört, soweit sie religiös orientiert ist. Trotzdem darf auch diese nicht ganz übergangen werden, da auch sie häufig Partieen enthielt, aus denen die Leser profane, besonders geschichtliche und geographische Kenntnisse schöpfen konnten. Ursprünglich beschränkte man sich auf jüdische Geschichte. Neben der historischen Ausgestaltung und Ergänzung des Midrasch zu den Berichten der Bibel wurde vielfach der Untergang des Tempels und die Leidensgeschichte der Juden seit dieser Zeit bearbeitet. Sehr beliebt war die Josippon genannte Bearbeitung des Josephus, sowie das hierzu als Fort- Setzung verfasste Scheerith Israel von Menachem Man ben Salomon, 1) Er erschien anonym Frankfurt a. M. 1736. Der zweite Teil des Werkcheus ist der Wiederabdruck eines älteren Briefstellers. 2) Zum folgenden Vergleiche: Karpeles, Geschichte der jüdischen Literatur II, und Winter und Wünsche, Die jüdische Literatur III, die Abschnitte über jüdischdeutsche bezw. Moralliteratur; ferner auch Frankl, Über die Er־ bauungs- und Unterhaltungslektüre unserer Altvorderen, sowie Pines, Gesch, der jüdischdeutschen Literatur.