Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 291)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3486266-3486303--7530-3493907- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
255 für den Kaufmann bestimmt waren, erkennen wir aus den in ihnen behandelten Rechnungsarten. 1711 erschien in Frankfurt a. Main ein jüdisch-deutsches Buch von Moses Heida aus Hamburg: ס* מעשה חורש וחושב. Da der grösste Teil der Auflage durch den Brand der Judengasse 1711 vernichtet wurde, ist es sehr selten. Doch hat uns Schudt ein Verzeichnis der Kapitel erhalten,נ) das hier wiedergegeben sei: ״Es lehret ausführlich nummerieren und ardieren und subtrahieren und multiplizieren und dividieren und solches sowohl in ganze Zahlen, als gebrochene Zahlen, da kommt vor Regula de Tri und Regula de Tri conversa und Regula quinque; dieselbe auch conversa und was weiter darzu gehört.“ Rechenbücher gab es in grosser Zahl, teils in hebräischer, teils in jüdischdeutscher Sprache־, besonders sei hier genannt: Elias Gerson, Mlecheth Machscheweth. Ausser den bereits genannten Rechnungsarten enthält dieses noch eine Anzahl Abschnitte über die dem praktischen Leben entnommenen Dinge, z. B. Münz-, Gesellschafts- und Mischungsrechnung aus den verschiedensten Gebieten, sowie einen Abschnitt über die Regula Falsi, ferner eine kurze Einleitung in die Algebra. Ein zweiter Teil ist der Geometrie gewidmet. Aus der Einleitung* 2) sei noch eine Stelle zitiert, die das oben Gesagte über die meist ablehnende Einstellung zu profanen Dingen bestätigt. Es heisst dort u. a.: ״Es ist nicht der Weg des Gerechten, sich dauernd mit Bruchrechnung und Geometrie zu befassen. Alle profane Wissenschaften sind kein gottgefälliges Werk, dass sich der Mensch mit ihnen wie etwa mit den Vorschriften über den Opferdienst beschäftige; nur gelegentlich betreibe er sie.nur an Feiertagen und auf Spaziergängen. Selbst dann sei die Absicht eine gottgefällige, die dunklen Stellen im Talmud und im Maimonides zu verstehen.44 Charakteristisch für die Art und Weise, in der man Profanstudien trieb, sind auch folgende Worte Börnes: ״Der Verfasser dieser Bemerkungen weiss sich noch gut zu erinnern, wie er alles, was er in seiner Kindheit lernte, nur insofern verstand und würdigte, als er es in Beziehung mit seiner biblischen Wissenschaft zu bringen wusste. Der Unterricht in der Geographie war ihm nur darum angenehm, weil er ihm Mittel verschaffte, auf der ף Jüdische Merkwürdigkeiten, 6. Buch, 16. Kap. § 12. 2) Es erschien Berlin 1725.