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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1928-01-01 · XIX. (1928) · page 290

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIX. (1928)
Date
1928-01-01
Page
– (sequence 290)
Language
German
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254 läge der Geometrie ausführlich behandelten, jedoch mit der Lösung der talmudischen Aufgaben abschlossen. Die geometrischen Bücher lehnten sich dabei fast immer an Euklid an, von dem es auch hebräische Übersetzungen gab.1) Es ist daher, wenn wir den Umstand bedenken, dem solche Bücher ihr Entstehen verdankten, ganz natürlich, dass sie fast ausschliesslich sich mit Geometrie befassen. Ganz vereinzelt nur wurde die Algebra gepflegt. So gab der bereits erwähnte, auf den verschiedensten Wissensgebieten bewanderte und literarisch tätige Frankfurter Arzt Dr. Ascher Anselm Worms eine kleine Schrift מפתח האלגיברה חדשה (= Neuer Schlüssel zur Algebra) heraus (Offenbach 1722). Er hatte das richtige Empfinden dafüf, dass sein Unternehmen ein Neuartiges sei, und gesteht dies in der Vorrede auch offen ein, weist freilich darauf bin, dass bereits früher von Juden über Algebra geschrieben worden sei,2) diese Werke jedoch nie im Druck erschienen und daher verloren seien. Worms schrieb noch über Mechanik, Physik, Logik, praktische Philosophie (Ethik), Metaphysik und Musik, doch wurde nichts davon veröffentlicht. Es ist nur noch eine Schrift סייג לתורח über die Massoia von ihm erhalten. Scheinbar nahe Beziehungen zu diesen mathematischen Büchern haben die Rechenbücher, die jedoch in Wirklichkeit aus ganz anderen Gründen verfasst wurden. Hier machte sich das praktische Bedürfnis des Geschäftsmannes geltend, der seine Kenntnisse der Rechenkunst erweitern und ergänzen wollte. Neben hebräischen finden wir daher auch jüdisch-deutsche Rechenbücher. Dass sie ף In Berlin erschien 1775 das Werk ״Reschith Limudim“ des Abraham Josef ben Wolf Menz aus Frankfurt. Das Titelblatt lautet in deutscher Übertragung: ״Reschith Limudim (= Anfangsunterricht). Dies ist das Buch des Euklid in neuer Anordnung, und es enthält noch viele andere bereits gedruckte und noch ungedruckte Dinge mit klaren Beweisen, damit man durch sie die geometrischen Dinge verstehen kann, die zum Verständnis der Worte unserer Weisen s. A. notwendig sind, besonders des Kommentars des Maimonides zum Traktat Kilajim.ferner enthält es die Fundamente der Dreieckslehre, die erste Vorstufe zur Astronomie, um dadurch des Maimonides Ausführungen in Abschnitt über die Neumondsberechnung zu verstehen .. .. “ Das Werk zerfällt in drei Abschnitte: 1) Ebene Gebilde im allgemeinen, 2) das Parallelogramm, 3) der Kreis. ף U. a. auch von Dr. Josef Salomon Delmedigo, der zeitweise (1631— 1645) in Frankfurt ansässig war.

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