Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 289)
- Language
- German
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253 auszuscheiden haben, da in jenen Ländern das Bilduugswesen teilweise andere Bahnen eingeschlagen hat. Wollen wir einen Überblick über die Profanliteratur gewinnen, so müssen wir zunächst suchen, sie nach einem gewissen Schema zu ordnen. Für das Verständnis ihrer Entwickelung genügt es nicht, die einzelnen Wissensgebiete zusammenhanglos aneinanderzureihen, wie dies bei Strasburger geschieht, wir müssen nach anderen Gesichtspunkten einteilen. Es sei einleitend schon daran! hingewiesen, dass die Einteilung hebräische und jüdisch-deutsche Literatur nicht gleichbedeutend ist mit dem Gegensatz religiöse und weltliche Literatur. Es gibt eine hebräische profane Literatur, wie auch eine jüdisch-deutsche religiöse.1) Die ganze Profanliteratur lässt sich vielleicht in drei Zweige einteilen: 1. ) Hilfsmittel für biblische und talmudische Studien, 2. ) Hilfsmittel für das Geschäftsleben, 3. ) Unterhaltungslektüre. Diese Einteilung ist keine vollständige, da oft keine scharfe Grenze zwischen den einzelnen Gebieten zu ziehen ist, manches Buch sich auch in keine dieser Rubriken einordnen lässt. Trotzdem wird sie für unseren Zweck genügen, da nicht eine Bibliographie unsere Aufgabe ist. Es sei einleitend bemerkt, dass sich die drei genannten Zweige gleichzeitig, ohne gegenseitige Beeinflussung entwickelten. Im Talmud gibt es Partieen, besonders im Traktat Erubin, deren Verständnis durch mathematische Kenntnisse wesentlich erleichtert wird. Auch sind die Abschnitte über die Kalenderberechnung ohne Astronomie fast unverständlich. Es lag daher nahe, hier Hilfsmittel zu schaffen. Da diese Bücher mit mathematischem und astronomischem Inhalt ursprünglich nur zur Unterstützung des ״Lernenden“ bestimmt waren, — es ist dies fast immer auch auf dem Titelblatt oder in der Einleitung hervorgehoben —, so waren sie stets hebräisch geschrieben, da jeder, der sich mit dem Talmud beschäftigte, selbstverständlich diese Sprache beherrschte. Sie beschränkten sich jedoch nicht auf im Talmud vorkommende Probleme, sondern waren meist als Lehrbücher angelegt, die etwa die Grund- ג) Ein grosser Teil der Mnssarschriften (= Moralschriften) erschien jüdisch-deutsch. Da sie für das weibliche Geschlecht bestimmt waren, mussten sie in dieser Sprache abgefasst sein.