Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 288)
- Language
- German
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2S2 Kenntnisse au! einzelnen Gebieten des Profanwissens. Wir weisen hier au! die Inschriften von Grabsteinen auf dem alten Friedhof hin. Zwei Steine (Nr. 1142 u. 3647) heben Kalenderkunde, andere wiederum Kenntnisse der Grammatik (2950), sowie überhaupt allgemeine Bildung hervor.1) IX. Die Profanlektüre. Bei der mangelnden Kenntnis der deutschen Schrift sowie dem Nichtvorhandensein von Schulen, in denen die Juden sich weltliche Bildung erwerben konnten, drängt sich immer wieder die Frage auf: Woher hatten die Juden ihre profanen Kenntnisse? Viel lernten sie sicher im Umgang mit ihren christlichen Geschäftsfreunden, dann gab es auch, wie wir bereits sahen, eine Reihe von Autodidakten, doch gab es noch einen dritten, allen zugänglichen und oft benutzten Weg: Die hebräische und jüdisch-deutsche Profanliteratur. Bezüglich dieser ist seither noch nicht genügend untersucht worden, wie weit sie verbreitet war und welchen Einfluss sie auf die Geistesbildung gewonnen hat. Meistens wurde überhaupt nur die jüdisch-deutsche Literatur untersucht, auch sie fast nur unter philologischen Gesichtspunkten. Die ausführlichste Zusammenstellung findet sich bei מSteinschneider, Jüdisch-Deutsche Literatur“,2) sowie in den Ergänzungen desselben Forschers hierzu: ״Jüdisch-Deutsche Literatur und Jüdisch-Deutsch“.3) Eine kurze Bibliographie, die 'nach einzelnen Wissensgebieten geordnet ist, findet sich im Anhang zu ״Strasburger, Geschichte der Erziehung und des Unterrichtes bei den Israeliten.“ Diese ist jedoch nicht ausreichend, sie begnügt sich, wahllos auf den einzelnen Wissensgebieten einige Schriften nachzuweisen, ohne Rücksicht darauf, ob sie Verbreitung fanden oder nicht. Auch sind dort Werke italienischer und orientalischer Autoren auf gezählt, die bei unserer Betrachtung *) Horovitz, Inschriften, Nr. 4879 (Dr. Oppenheimer), 5203 und 5358 (Rechenlehrer Rothschild). י) Erschienen im Serapeum, 1848—1849. 8) Dass., Jahrgang 1864, 1866, 1869.