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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1928-01-01 · XIX. (1928) · page 287

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIX. (1928)
Date
1928-01-01
Page
– (sequence 287)
Language
German
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25 i Rolle spielten die beiden Ärzte Dr. Heimaon Josef Goldschmidt und Dr. Seligmann Joseph Oppenheimer, die sieh beide aneh um das Emporblühen des Philanthropins bemühten. Goldschmidt, der sich später taufen liess, hielt bereits Vorlesungen über Philosophie.1) Ausser den Ärzten finden wir bereits am Ende des 18. Jahrhunderts eine Anzahl jüdischer Lehrer, die sich die Übermittlung profanen Wissens angelegen sein Hessen. Zunächst ist hier der Rechenlehrer Rothschild zu nennen, der einen langen Prozess darum führte, ausserhalb des Ghettos wohnen zu dürfen. Nach anfänglicher Genehmigung wurde ihm dieses Recht später wieder entzogen.2) 1795 begegnet uns ein französischer Sprachlehrer David Hatzfel dt •, ferner werden genannt: Wolf Sulzbacb, Abraham Pariser, Samuel Metz, Löb Bamberger und Seckel Saargemünd, die teils hebräischen, teils deutschen und französischen Sprachunterricht erteilten.3) In diesem Zusammenhang sei auch das 1794 hier geplante Lehrinstitut erwähnt.4) Dieses Institut war ursprünglich gegen den Willen des Ober-Rabbiners propagiert worden. Der gegen es erlassene Bann wurde zwar auf Intervention des Senators Hufnagel zurückgenommen, doch dauerte der Kampf gegen es noch länger fort. Der Widerstand des Rabbiners und des Gemeinde- Vorstandes richtete sich weniger gegen profane Bildung überhaupt, als speziell gegen den Geist, in dem das Institut geleitet werden sollte. Von der irreligiösen Gesinnung der Initiatoren schloss man, vielleicht nicht mit Unrecht, auf ihr Unternehmen und liess sich nicht durch ihre Versicherungen und Deklamationen täuschen. In christlichen Schulen fanden jüdische Schüler jetzt auch leichter Aufnahme. Die neugegründete Musterschule nahm von Anfang an Juden auf, auch das Gymnasium hatte einige jüdische Schüler aufzuweisen. Auch sonst gibt es Belege, — abgesehen von denen zu Beginn dieses Abschnitts bereits genannten — für!) Er suchte deshalb beim Senat um die Erlaubnis nach, ausserhalb der Judengasse wohnen zu dürfen, was ihm jedoch versagt wurde. Stadtarchiv, Ugb D 33,65. 2) Dass.; über die Stellung der Rechenlehrer ist nichts bekannt. 3) Stadtarchiv Ugb. D 33,78. 4) Ausführliches hierüber in Adler, Der erste Plan zur Gründung einer jüdischen Schule mit profanem Unterricht in der Frankfurter Judengasse (Festschrift zum 75-jährigen Bestehen d. Realschule der Isr. Rel. Ges. Frankf. a. M.)

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