Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 282)
- Language
- German
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bemerkenswert, dass in der Leydener Matrikel1) sie ohne einen sie als Juden kennzeichnenden Zusatz am 8. Mai 1697 eingetragen wurden. Im folgenden sollen kurz einige Daten, die für das Studium von Juden an deutschen Universitäten in Betracht kommen, verzeichnet werden. Die Frankfurter Judenärzte besuchten hauptsächlich folgende Universitäten: Heidelberg, Giessen, Göttingen und Halle. Die ״Reformation des Kurfürsten Otto Heinrich vom 19. Dezember 1558“ 2) enthält im § 99 einige kurze Bestimmungen bezüglich der ״Empirici, Juden und Landfährern“. Darnach durfte niemand praktizieren und Kranke kurieren, ״es sei denn, dass derselbig uff einer Universitet studirt und geproraouirt worden seie, oder alhier in unser universitet zu Heydelberg uff quaestiones und frage, ihme von dieser facultet decano zu bestimpter zeit benent, öffentlicher verhöre leiden möge.“ Darnach konnten also auch Juden die Prüfung ablegen. Wenn man sich auch nicht entschliessen konnte, Juden und Christen gleichzustellen und die einschränkenden Bestimmungen ganz aufzuheben, so scheint doch schon eine etwas mildere Anschauung geherrscht zu haben. Um die Mitte des 17• Jahrhunderts soll nach einer Angabe in den Medizinalakten3) der Frankfurter Arzt Benjamin Levi Buchsbaum dort studiert haben; da er um die fragliche Zeit, ungefähr 1656, erst 11 Jahre alt war, kann es sich natürlich nur um die Artisten-Fakultät handeln. Etwa 20 Jahre später erhielt Spinoza, der freilich ablehnte, vom Pfalzgrafen eine Berufung an die Universität. Um diese Zeit ist die Immatrikulation von Juden auch an anderen Universitäten nachgewiesen. Frankfurt a. d. 0., Wien, Duisburg und Giessen öffneten bereits im 17. Jahrhundert ihre Tore, Halle, Göttingen, Königsberg, Bötzow i. M. u. a. folgten im 18. Jahrhundert. Giessen hat für uns besonderes Interesse, da es wegen der Nähe Frankfurts von den dortigen Juden gern aufgesucht wurde. Am 18. 4. 1697 wurde dort der erste Jude, Abraham Heimans ans Mannheim4) 1J Du Rieu, Album studiosorum aeademicae Lugduno-Batavae S. 745. 2) Thorbeke, Statuten und Reformationen der Universität Heidelberg, Seite 89. a) Medicinalakten, Band 23, 79. 4) Klewitz und Ebel, Die Matrikel der Universität Giessen, S. 130.