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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1928-01-01 · XIX. (1928) · page 281

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIX. (1928)
Date
1928-01-01
Page
– (sequence 281)
Language
German
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24S Noch ausführlicher ist die Autobiographie des Berliner Arztes Dr. Aron Emmerich1) in der Einleitung zu seinem Werk ״Megaleh Soda. Nach gründlichem talmudischen Unterricht erwachte hei ihm auch frühzeitig der allgemeine Bildungstrieb. Der deutschen Schrift nicht mächtig, ohne Mithilfe irgend eines Lehrers, war er gänzlich auf Selbststudium angewiesen. Zuerst arbeitete er hebräisch geschriebene Werke über Rechnen, Mathematik und Astronomie durch. Später erst fand er in Israel Samosz einen Lehrer, der seinen Wissensdurst befriedigen konnte. Unter seiner Leitung wandte er sich nun den Wissensgebieten der Physik, Geologie, Botanik und Zoologie zu. Den Abschluss seiner Studien bildeten die Medizin — nach dem Wunsche seiner Eltern sollte er Arzt werden, — und die Philosophie. — Der Hamburger Lehmann Isak Kohen genoss 5 Jahre lang den Unterricht des Leopoldus Nymphius, eines Gymnasiasten oder Studenten, was wohl mit der Be־ Zeichnung des Lehrers als ״ephebus“ gemeint ist.2) Nachdem sie sich so unter grossen Mühen die Anfangsgründe der Wissenschaft erworben hatten, bezogen die Jünglinge die Universität. Auch hier wurden ihnen viele Schwierigkeiten gemacht, die wohl manchen von seinem Vorhaben abbrachten. Ursprünglich liess man sie gar nicht zur Immatrikulation zu, später nahm man sie zwar auf, vom Doktor-Examen blieben sie jedoch auch fernerhin ausgeschlossen. Um den Doktortitel zu erwerben, mussten sie sich nach Padua wenden. Selbst an dieser italienischen Universität, wo Juden sogar Professoren werden konnten, hatten sie manche Schikane zu erdulden •, sie durften z. B. nicht in den vordersten Reihen sitzen, sodass sie bei Demonstrationen natürlich benachteiligt waren.3) Aus dem 17. Jahrhundert sind teils im Original,4) teils in Abschrift5) noch Doktor-Diplome von dort erhalten. Bald liess auch die Universität Leyden Juden zur Promotion zu. 1697 erwarben sich die beiden Frankfurter Gutmann Wolf Buchsbaum und Lipmann Buchsbanin dort den Doktortitel. Es ist ף Über ihn vergl. Kaufmann-Freudenthal, Die Familie Gomperz, S. 164 ff. *) Sachse, Ein Beitrag zur Geschichte der jüdischen Ärzte. 3) Hörnigk, Medicaster Apelia oder Juden Artzt, S. 146. 4) Stern, Das Doktor-Diplom des Frankfurter Judenarztes lsaae Helln (1650) (Zeitsehr. f. d. Gesch. d. Juden in Dem sch). III). ö) Bei den Medicinalakten, Band 23.

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