Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 275)
- Language
- German
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239 Dies wird u. a. auch von E. Josua Falk, Rabbiner za Frankfurt am Main (gest. 1756), berichtet. Die bemerkenswerte Tatsache wird am Schluss der Vorrede von Bloch, Tschuath Israel (der hebräischen Übersetzung von Manasse Ben Israel, Rettung Israels) im Namen eines Enkels des genannten Rabbiners überliefert. Diese Tatsachen beweisen zunächst, dass ein Teil der Juden, wenn auch nur ein geringer, bereits damals sich weltliche Kenntnisse aneigneten. Auf welchem Wege erlangten sie diese? Einen Beruf gab es, der damals den Jaden offen stand und von seinen sämtlichen Gliedern profane Bildung verlangte: den Ärztestand. Wir wenden uns daher besonders seinem Bildungsgang zu und werden später noch andere Mittel und Wege kennen lernen, die christliche Kultur den Ghettojnden zugänglich machten. Bei den Ärzten muss man Schul- und Universitätsbesuch von einander trennen. Im allgemeinen waren die christlichen Schulen den Juden verschlossen, nur ausnahmsweise öffneten sich ihnen ihre Pforten. Der Ruhm, das erste Mal von dem allgemeinen Brauch der Unduldsamkeit abgewichen zu sein, gebührt wohl dem Frankfurter Gymnasium. Lersner berichtet in seiner ״Chronik der Stadt Frankfurt a. Main“ I II S. 91 ,,1640, Jul. 27 ist von denen Herren Scholarchis befohlen worden, dass man der zwey Juden Medicorum zween Söhne solle lassen in die Schul gehen, sie des Catechisiini überbeben, auch aller Classium Knaben ernstlich anbefehlen, sie unmolestieret zu lassen.“ Der eine dieser beiden Schüler war der nachmalige Arzt Dr. Isak Hein, der ״allhier in die Class gangen und auff das letzte ad tertiain, um deren die Schüler allererst anfangen, die lateinische Sprach zu verstehen, promoviert worden“.* 1) falsch. Französischer Unterricht wurde im Frankfurter Gymnasium erst 1783 eingeführt, K. starb bereits 1702. Vom Versailler Hof aus drang die französische Umgangssprache in Deutschland ein, nicht nur in christliche Kreise, sondern auch in jüdische. l) Medizinalakten, XXIII, S. 42. Die Angabe bei ״Freudentbal, Leon Elias Hirschei“ S. 428: ״Er (H.) war der erste Jude, der eine öffentliche Schule besuchte“, ist also unrichtig. Wie sich aus Hirscheis Autobiographie in ״Baidinger, Biographien jetztlebender Ärzte und Naturforscher in- und ausser Deutschland“ IV, 148 ergibt, war er vielmehr der erste Jude, der das Joachims-