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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1928-01-01 · XIX. (1928) · page 130

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIX. (1928)
Date
1928-01-01
Page
– (sequence 130)
Language
German
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94 Wir können uns zwar die Versammlungen und Processionen1) am Ölberge auch unter freiem Himmel denken, aber es muss sich dort einmal auch eine Synagoge befunden haben, wie aus einem Texte bei Mann (II, 190) hervorgeht: במקדש מעט בהר הזיתים. Ich bin nun am Ziele. Wenn man gegen die Karäer in Bezug auf התרת נדרים in ähnlicher Weise ״demonstriert44 hat, wie in Bezug auf den Kalender gegen die gegnerische Partei in Babylonien, ist uns der Bitus von K. N. mit seiner ganzen Feierlichkeit erklärlich. Die Karäer bestritten die Auffassung, dass ein rabbinisches Collegium Gelübde und Schwüre lösen könne, aufs heftigste, wie wir bereits wissen, und so sahen sich ihre Gegner veranlasst, der Sache eine grosse Weihe zu geben. Ursprünglich Privat- Sache desjenigen, der sich in seinem Gewissen durch Gelübde und Schwüre bedrückt fühlte, machte man aus dem Akt des התר נדרים eine Gemeindesache, um sie stärker zu betonen. Der Gesichtspankt, dass er in der Gemeinde vorzugehen hat und noch dazu am Jom Kippur, wo die Gemeinde nur noch stärker ist, wird in den Quellen tatsächlich besprochen2); man kannte die Tatsache und suchte den Gebrauch dialektisch zu begründen; die historische Ursache, dass es eine Veranstaltung gegen die Karäer war, kannte man nicht mehr. Es mag übrigens sein, dass die grosse Volksversammlung auch aus einem halakhischen Grunde nötig war, weil nämlich נדר או שבועה ברבים nur so gelöst werden konnte8). Diese Versammlung mag ursprünglich ebenfalls auf dem Ölberge stattgefunden haben, aber aus Opportunitätsgründen (man konnte sich nicht zweimal an demselben Tage versammeln) oder weil der Ölberg durch politische Zustände (etwa seit der ersten Verfolgung im Kalifenreiche um 849 s. Graetz V4, 258) den Juden zu diesem Zwecke nicht mehr zugänglich war, wurde der Bitus hart vor dem Jom Kippur-Beginn und in der Synagoge begangen. Den Jahresbeginn wählte man schon in Bücksicht auf die Talmud- ף in ס, חסידים a• 9. אוצר טוב *י! להקיף a• 9. לסבב jedenfalls eine Procession. ף r. Tam in ס, הישר a• 9.ביוה״ב איכא כנופיא טובא וסמוך הוא לר״ה; r. Ascher zu joma viii, 28 ובשביל שביום הכפורים מתקבצים כל העיר בבית הכנסת• Saadja sagt gar (bei וכי תקון רבנן ״כל נדרים״ לעדה ששגגה :(מנהוג• *) VgL as. Weissmann, תשובות ומענות נמרצות (gegen j. h. weiss דדו״ד gerichtet, Krakau 1892) S. 35•

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