Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1928-01-01 · XIX. (1928) · page 128

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIX. (1928)
Date
1928-01-01
Page
– (sequence 128)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3486266-3486303--7367-3493744
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

92 am Vorabend des Versöhnungstages kann man darin erblicken, dass man am Hoschaana Rabba-Tage die Karäer beim Gottesdienste auf dem Ölberge bei Jerusalem1) feierlich in den Bann tat. Folgendes berichtet uns Abraham ibn David darüber2): ״Feierten nun die Israeliten das Sukkothfest auf dem Ölberge,3) so lagerten sie gruppenweise auf dem Berge; sie liebten einander und segneten sich gegenseitig; die Ketzer (= Karäer) aber lagerten ihnen gegenüber wie zwei Häuflein Ziegen; die Rabbaniten aber nahmen das Sepher Thora hervor und taten die Namen der Ketzer in ihrer Anwesenheit in den Bann, diese aber schwiegen wie stumme Hunde, die nicht bellen können.“ Das war doch jedenfalls eine eindrucksvolle Veranstaltung. Der ölberg war auch sonst der Schauplatz merkwürdiger Vorgänge. Wenn im zweiten Briefe des palästinischen Gaon Ben- Meir berichtet wird, dass einer seiner Vorfahren, E. Müsa, von den Nachkommen Anans in der עזרה ermordet wurde,4) so bezieht das S. Poznanski5) mit Recht auf den Ölberg, u. z., wie anzunehmen, als Ausfluss der Kämpfe, die aus Anlass der Versammlung am Hüttenfeste zwischen den beiden Parteien stattfanden; später, als die Babbaniten die Oberhand hatten, schlugen sie die Karäer aus dem Felde, ohne dass es freilich zu einem Morde kam. 6) Der Briefschreiber selbst, Ben-Meir, erlitt ein- und das andere Mal viele ף Siehe meinen Artikel ״Der Ölberg im jüdischen Ritus* in Jahrb. für j. Gesch. u. Lit 1919, 38—52. Ich beziehe auf den Ölberg folgenden Passus aas dem neu herausgegebenen מגלת המגלה des Abr. b. Chijja הנשיא (ed. A. Poznanski, מ״נ Berlin 1924, s. 99): ..;מלכי ישמעאל.וכו' הרשו לישראל לבא אל הבית ולבנות בו בית תפלה ומדרש והיו כל גליות ישראל הקרובים אל הבית עולים אליו בחגים ובמועדים ומתפללים ־בתוכו כו, עד שפשטה על הבית בעת הזאת מלכות אדום הרשעה... ספר הקבלה (י ßd. Neubauer p. 79; aufgenommen auch in יוחסין ed. London p. 215 a. י) Es war das in Anwesenheit von zahlreichen Pilgern, s. die hier oben Anm. 1 genannten Quellen. Hier sei bemerkt, dass nach S. Poznanski und L. Ginzberg, auch die Praxis der Rabbinen, die Nichtenehe zu empfehlen, gegen die Karäer gerichtet war; s. jedoch A. Marmorstein in Schwarz- Festschrift S. 4581, wo auch die Belege. *) Bei Bornstein מחלקת רס״ג ובן מאיר P• 90—93; s. auch mein: Vier Jahrtausende jüd. Palästinas, S. 107. ״) In Schwarz-Festschrift S. 481 Anm. 2. •) KEJ 48, 153 Anm. 2.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.