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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1928-01-01 · XIX. (1928) · page 125

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIX. (1928)
Date
1928-01-01
Page
– (sequence 125)
Language
German
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M so meint P., sei eine in Palästina bewusst entstandene Reaktion gegen die karäische Auffassung. Diesen Gedanken mache ich mir völlig zu eigen und will ihn mit einigen Argumenten stützen. P. selbst hat den Gedanken nur hingeworfen, sein frühzeitiger Tod hat ihn verhindert, darauf zurückzukommen. Vorher muss jedoch der Punkt ״Palästina“ bereinigt werden. Hier weiche ich von Davidson ab; er schreibt: ״Poznanski’8 3uggestion that K. N. originated in Palestine bas little to recommend it, as Bloch has shown in the second edition of his essay.‘4 Aber Bloch hat das nicht bewiesen. Im Gegenteil, wenn etwas sicher ist in der K. N. Forschung, so ist es die Erkenntnis, dass dieser Bitus nicht in Babylonien entstanden ist. Dass zu den Gelübden auch Schwüre (שבועות) genommen und aufgelöst werden, war noch den späteren französischen, italienischen und deutschen Autoritäten nicht recht und musste erst gerechtfertigt werden1); nun wissen wir aber, dass der genannte K. Jehudai ein entschiedener Gegner von התרת שבועות war, und dass sich alle nachfolgenden Generationen nach ihm richteten; Schwüre aufzulösen liess er sich höchstens dann herbei, wenn es sich um eine grosse Sache handelte, etwa um zwischen Mann und Weib oder in der Gemeinde Frieden zu medio כתר תורה ™ Num. 30, 2 ידעת בעלי הקבלה שהם״ ראשי המטות מוחלים נדרים"♦ Es überrascht nicht, dass die Karäer die Überlieferung vom Auflösen der Gelübde durch einen Gelehrten oder ein Dreimännerkollegium in erster Linie zum Gegenstand ihrer Angriffe machten, da ja nach den Worten der Mischna Chagiga 1,8 היתר נדרי□ פורחין באדר kein Teil der mündlichen Lehre so wenig in der heiligen Schrift angedeutet ist, wie gerade das Gesetz von der Möglichkeit des Auflösens von Gelübden, sofern es sich nicht um eine unmündige Tochter oder Ehegattin handelt. Andererseits liegt es nicht fern, dass man unabhängig vom Auftreten der Karäersekte, das Nedarim 23 a für den Jahresbeginn empfohlene היתר נדרים auf die Stunde vor dem Versöhnungstage verlegte, um kurz vor dem heiligen Tage die Überzeugung von der Wahrheit der mündlichen Lehre zum Ausdruck zu bringen. Damit hängt vielleicht der weitverbreite Gebrauch zusammen, beim Vortrag des Kol Nidre eine Thorarolle in den Arm zu nehmen und wohl auch der von Schibole Haleket (ed. Buber) Kap. 317 erwähnte Gebrauch vor dem Kol Nidre einen Segenssprach על מצות חיתר נדר ושבועה zu sagen. Red.] l) Vgl. R. Tarn in הישר *D a• 0. u״d die hier oben in S. 87 Anm. 3 angeführten Autoritäten.

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