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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1928-01-01 · XIX. (1928) · page 123

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIX. (1928)
Date
1928-01-01
Page
– (sequence 123)
Language
German
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87 aber sofort begreiflich, wenn wir in der Institution des K. N. einen Gerichtsakt, also etwas Formelhaftes erblicken. Dass wir es mit einer Formel zu tun haben, sieht man auf den ersten Blick; Inhalt, Sprache, gewisse Ausserlicbkeiten (dreimal wiederholt, neben dem Chasan assistieren noch zwei gelehrte Männer usw.) verraten das zur Genüge. Auch in der balakbischen Literatur und bei den Decisoren war das nicht vergessen. Den Ritus von K. N. stützt1) man bekanntlich auf den Ausspruch in b. Nedarim 23b, und was daraus folgt, ist ein rein formaler Akt. Mit Recht sagt Davidson: ״In fact, it may have been a formula for the individual who came to a Scholar to be absolved 01 his vow8.“ Die ersten Sätze ״alle Gelübde“ etc. stellen das Bekenntnis und die Reue (חרטה) des um Absolntion Bittenden dar, worauf der Gelehrte2) oder die Gelehrten (ein Collegium von drei Personen) mit den Worten einfallen: Dein Gelübde ist kein Gelübde etc. Was aber noch zu bemerken nötig, ist, dass der heute gangbare Text entsprechend geändert werden muss; das ist: die Mehrzahl ist in die Einzahl umzusetzen,3) und tatsächlich schimmert dieser ur- Manche führen die Talmudstelle als Ausgangspunkt, manche aber bloss als סמך an* Vgl. R. Tarn in הישר ,D No. Tosafoth zu Ned. 23h, Ascheri zu Joma VIII, 28, Tur u. Beth Josef 0. Ch. No. 010. R. Tarn a. 0. (und auch in 317 שה״ל im Passus יכך שמעתי) w*d nicht gelten lassen, dass K. N. gleich התר נדרים sei; das dreimalige Wiederholen sei ein Fehler, hinzugekommen durch die alten Machsorim. 2) Ein Gelehrter, wenn er ein מומחה war* Später ist man davon ahgekommen, weil es für Einen Mann zu anmassend schien. 3) Bekanntlich hat sich R. Tarn (eigentlich sein Vater, s. weiter unten) bemüht, den Text nicht nur in die Zukunft umzustellen, sondern auch die Verha danach zu ändern. Dies ist ihm allerdings nicht gelungen, denn noch heute verraten die V erba die Fassung לשעבר. dazu die Ausführungen von W. Heidenheim in seinem Machsor Roedelheim 1803, Wien 1827, Hannover 1837, besonders die Bemerkungen im Namen des לבוש. Tatsächlich können alle Verba, eigentlich Participia, ebenso gut die Einzelperson bedeuten: דנדרנא (= דנדר אנא)» דאשהבענא (= דאש' אנא). דאחרם אנא, דאסר אנא bei נפשתנא geht das allerdings nicht mehr; das ist Plural, aber wohl erst später so geworden. Ursprünglich stand übrigens נפשנא (Ms. angeführt bei W. Heidenheim a. 0.); vgl. auch in der Schrift selbst (Nura. 30, 2ff.), wo נפש immer Einzahl; לענה נפש *st £ar nicht anders möglich. Zwei Formeln: לשעבר Ußd להבא nebeneinander — gibt es auch; s. Idelson, בנינות ישראל IV, 35. Ein Machsor ms* der Univers. Bologna (angeblich griechischer

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