Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 112)
- Language
- German
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76 Urkunden keine Seltenheit, kein Gegenbeweis.) Wie dem aber auch sei, das Vorhandensein der Mikwah erscheint sichergestellt, wie auch ihre Lage, dass sie sich nämlich in der Nähe des St. Peter’־ sehen Gutes, vielleicht gar selbst auf klösterlichem Grunde (wenn unter ״an dem Judenbad über Klostergrund“ eine und dieselbe, nur näher umschriebene Örtlichkeit gemeint sein soll) befand. Das Unteregg (Unterech)-Gut befand sich im Halleiner Burgfried (an der Peripherie der Stadt) am rechten Salzachufer und ist mit dem Haus Nr. 64 daselbst, bei dem ein Bächlein fliesst, identisch. Die Mikwah musste sich also in der Nähe dieses Hauses befunden haben. Eine Inaugenscheinnahme des genannten Hauses und seiner nächsten Umgebung in Begleitung des ortskundigen städtischen Kassiers von Hallein, Georg Häusler, führte denn auch zur vollen Rekognoszierung der in Frage stehenden Örtlichkeit. Es ist der jetzige Keilerraum des gegenwärtig einer Frau Josefa Ecker gehörigen in der Nähe des Hauses Nr. 64 gelegenen Gebäudes. Auf dem Kellergrund ist nämlich ein grosser, viereckiger, basinartiger Ausschnitt erkennbar. Das war das Ritualbad, das später offenbar verschüttet wurde (man vermag den alten Basinrand und die spätere Verschüttungsmasse genau zu unter־ scheiden), und, wie die Bewohner versichern, sickert jetzt noch immer viel Wasser durch. Auch anlässlich der Inaugenscheinnahme befand sich Wasser im Keller. Wie der Kellergrund, bestätigt übrigens auch die im Erdgeschoss liegende Wohnstube des Hauses die Annahme, dass es sich um das Judenbad handelt. Die Stube weist nämlich eigenartige Spuren auf, die auf ein einstiges Wannenbad schliessen lassen, und bekanntlich pflegt sich ja an das rituelle Tauchbad auch ein Reinigungsbad zu schliessen.1) Ausser für die Mikwah haben sich, in Ergänzung der in Bd. I 125, 150, 170, 184, 235—237 nachgewiesenen Judenhäuser und Judennamen, nachträglich auch noch für andere solche in Hallein in Verträgen, Verschreibungen, Verkaufspakten, Vergleichen etc. urkundliche Belege vorgefunden,2) u. z.: l) Für dieses wollte vielleicht der Chirurg (und Judeubader?) Wajdecker eine Wasserrinne einleiten. •) Siehe Greinz Christian: Die Urkunden des Stadtpfarrarchivs in Hallein in M. d. G. f. S. Ldsk. Bd. 1912, 1913 und 1914.