Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 111)
- Language
- German
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% häuser zerstreut in anderen Gassen der Stadt befanden und auch die Synagoge ausserhalb des Ghettos stand.1) Artikel Nr. 3: Eine Mikwah (Ritualbad) in Alt-Hallein, Ait-Halleiner Jndenhäaser und -nsmen im 15. Jahrbnndert. Zu den Einrichtungen eines jüdischen Gemeinwesens gehört, neben Synagoge und Friedhof in erster Seihe die Mikwah, das Bitualbad. Für die altjüdisehen Gemeinden im Salzburgischen sind im ersten Bande dieses Buches2) Synagogen und Friedhöfe nachgewiesen worden, darunter für die Stadt Salzburg beides und für Hall ein nur die Synagoge. Über das Vorhandensein einer Mikwah konnte jedoch weder für Salzburg noch für Hallein ein urkundlicher Beleg erbracht werden. Nachträglich hat sich nun doch wenigstens für Hallein der Nachweis einer Mikwah vorgefunden. Eine Urkunde vom Jahre 1448 3) erwähnt das ״Judenbad״ in Hallein, u. z. gibt danach Abt Petrus von St. Peter dem Johann Wajdecker, Chirurgen in Hallein, gegen Abgabe eines Entgeltes die Erlaubnis, ״an dem Judenbad über Klostergrund ein Wasser, welches entspringt auf unserem Gute Unterech, in Binnen zu führen.“ Ob es sich darum handelte, das auf dem stiftpetrischen Gute entsprungene Wasser in Binnen in die Mikwah4) selbst zu leiten, in welchem Falle der Chirurg Wajdecker vielleicht auch der Judenbader war, oder zu anderen Zwecken nur an der Mikwah vorbei, hängt davon ab, ob es richtig heissen sollte, wie in der Urkunde geschrieben, ״an dem Judenbad“ oder ״in dem Judenbad“. (Die Anwendung des Dativs statt des Akusativs wäre, weil in dergleichen *) Ygl. auch H. F. Wagner; Topographie von Alt-Hallern (Bl. cL G. f. S. Ldsk. 1915 Heft 1 S. 20), der sich wundert, dass in Hallein keine Judengasse vorkommt. Da die grösste jHdensiedlung in Hallern im 15. Jahrhundert stattfand, wird auch dort derselbe Grund für das Fehlen einer eigenen Judengasse anzunehmen sein. *) S. 33, 35, 37, 74, 95, 103, 104, 110,112, 125, 127, 147, 148, 170,171, 181, 183, 184. 8) Siehe Bernhard Viechter: Acta Abbatum Bd. 0 S. 449. VgL auch H. F. Wagner, Topographie von Alt-Hallein in M. d. G. f. S. Ldsk. 1915 S. 19—20. 4) Etwa für das Reinigungsbad.