Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 110)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3486266-3486303--7349-3493726- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
n Salzburger Judenschaft zu der in anderen Ländern und zu den zeitgenössischen rabbinischen Grössen spönnen.1) Was Jizchak von Salzburg beruflich oder im öffentlichen Leben gewesen, worauf sich der Klang seines Namens gründete, ist aus der Response nicht feststellbar, auch nicht, ob er mit seinem Weibe in Salzburg lebtfc, bevor er sie verliess, oder ob er anderswo ansässig gewesen und den Namen ״von Salzburg״ seiner Herkunft nach führte. Rabbiner war er offenbar nicht, da es sonst bei Anführung seines Namens, wie bei Salmon Salzburg,2) הדד ך und nicht bloss ד heissen müsste.3) Bezeichnend ist, was auch sonst noch für die damaligen jüdischen Verhältnisse im Allgemeinen aus der Response hervorgeht, dass nämlich grössere Siedlungen an einem Orte nicht üblich waren, sei es, dass solche ihnen nicht gestattet wurden, oder dass sie die Juden selber vermieden aus Vorsichtigkeit für den Fall von Verfolgungen und Überfällen, die, wenn sie erfolgten, in der Regel die Vernichtung der ganzen Gemeinden nach sich zogen. Vielleicht war es daher eine ״Tekanah“ (eine rabbinische Kollegats- Verordnung), dass die Niederlassungen nur sehr sporadisch erfolgen und nur wenige an einem Orte Aufenthalt nehmen sollten, damit es vorkommenden Falls — worauf die Ärmsten immer gefasst sein mussten — möglichst wenige Opfer koste. Dies würde sich mit den Feststellungen in Bd. I 127, 146— 147ff. decken, wonach es auch in Salzburg nach der grossen Verfolgung des Jahres 1404 kein Ghetto mehr gab und sich die Juden- 1J Die Salzburger Juden konnten sich damals (in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts unter der Regentschaft des ihnen wohlwollenden Erzbischofs Johann von Gran) überhaupt einer in jeder Hinsicht günstigen Stellung erfreuen. (Vgl. Bd. I 139—150.) *) Siehe ״Minhagim“ von ״Maharil“ (Sabbionetha 1556) 106 b und Altmann, G. d. J. i. S. Bd. I, 117. ף Vielleicht ist der angesehene Jizchak von Salzburg identisch mit dem ״magnus judäus* * in Bd. I 122, der anlässlich der Juden Verbrennung im Jahre 1404 ausser 25 Kindern als einziger erwachsener Jude vom Feuertode ausgeschlossen wurde und in dem der Verfasser einen reichen und angesehenen Juden, der die besondere Gunst des Erzbischofs besass, oder gar den Judenlichter vermutet. Salmon Salzburg, der Rabbiner, kann unter dem ״magnus judaus״ nicht gemeint gewesen sein, da er (vgl. ßd. I 118—119) als der Hauptverschulder der Erzbischöflichen Ungunst erscheint.