Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 109)
- Language
- German
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n bedingungsweise!! Scheidungsbrief) übergab, ohne in der Tat wiederzukehren. Nachdem er vier Jahre verschollen blieb und sich, bestärkt durch die Aussage eines christlichen Zeugen, der Jizchak tot gesehen haben wollte, allgemein das Gerücht verbreitete, dass er nicht mehr unter den Lebenden weile, verheiratete sich über Entscheidung des hochangesehenen ßabbiners Rabbi Tewil (des Schwiegervaters Rabbi Israel Isserleins) die Frau zum zweiten Mal. Ein zeitgenössischer Rabbiner, Rabbi Perez, bestritt jedoch die religionsgesetzliche Rechtskräftigkeit dieser zweiten Ehe, da ihm die Beweise vom Tode des ersten Mannes zu wenig überzeugend und ausreichend erschienen; er entschied daher, dass die Frau den zweiten Mann zu verlassen habe. Demgegenüber stellte sich Isserlin auf den Standpunkt seines Schwiegervaters und sucht in der erwähnten Response die Richtigkeit der Auffassung und Ent- Scheidung Rabbi Tewils zu beweisen. Zur Bekräftigung seiner Beweiskette führt er nun unter anderem auch das Folgende an: ..— — — — da ein Volksgerücht, das im Verlaufe einer längeren Zeit nicht unterbrochen wurde, ausging, dass der erwähnte Reb Jizchak tot sei, dass er erschlagen oder ertränkt wurde und da er ein Mann von klangvollem Namen gewesen und in vielen Provinzen viele Verwandte hatte, sodass man, befände er sich noch am Leben, etwas über ihn gehört haben würde, selbst wenn er sich 200 - 300 Meilen weit weg anfhielte, zumal in der jetzigen Zeit, wo wir (die Juden) ob unserer grossen Sündenzahl zerstreut leben, nur wenige an einem Ort, so etwas also bekannt sein müsste, indes es sich im Gegenteil so verhält, dass viele Jahre verstrichen sind, ohne dass ein Lebenszeichen von ihm aufgetaucht wäre, vielmehr sein früher wohl bekannter Name erloschen und die Erinnerung an ihn aus dem Gedächtnis geschwunden ist, infolgedessen — — —--—--—-u Aus dem Angeführten geht hervor, dass Jizchak von Salzburg eine bei Juden und Christen weithin bekannte und angesehene Persönlichkeit gewesen. Dies wirft zugleich ein günstiges Licht auf die damaligen Juden Salzburgs im Allgemeinen, die eine solche Persönlichkeit zu den ihren zählen durften. Die Response zeugt ebenso auch von weitverzweigten Beziehungen, die sich von der