Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 100)
- Language
- German
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u meinde“ habe, zugelassen werde! Ohne Schein Rechtens sei es, dass Levin eine Art Kopfgeld einführe, nämlich von jedem Judenkinde jährlich 12 Groschen eintreiben wolle. Es sei doch nicht ratsam, den Juden neue Lasten aufzulegen; auch sei es unmöglich, dies auszuführen. Man wird vergebens nach den neuen Lasten forschen, die das Generaldirektorium im Interesse der Juden verwirft. Die Eltern zahlten doch nicht die ״Last“ der 12 Groschen, sondern die Lehrer als eine Art Abgabe für jedes von ihnen unterrichtete Kind zur Bildung des Schulfonds. Seitens der Eltern wurde kein Pfennig Schulgeld mehr als bisher entrichtet, im Gegenteil weniger: jährlich 8 Tlr. statt 12 Tlr. Trotzdem hatten die Lehrer eine grössere Einnahme, da ihnen gestattet wurde, die Schülerzahl jeder Klasse zu erhöhen. Das hatte Levin in der Einleitnng zu seinen Schulartikeln und im § 12 klipp und klar auseinandergesetzt, ein Drittel der 12 Gr. sollte sogar der Staat erhalten. Welches warme Interesse übrigens dieser daran nahm, den Jaden neue Lasten zu ersparen! Er, der ausser den bisherigen Abgaben seit 1766 von den preussischen Juden eine jährliche Silberlieferung von 12000 Mark verlangte, an der sie 16200 Tlr. Schaden trugen, 1768 das jährliche Schutzgeld von 15000 auf 25000 Tlr. erhöhte, 1769 rücksichtslos die hohe Porzellansteuer1 einführte. Nur weil der Staat sich selber die Möglichkeit zu neuer Belastung der Juden lassen wollte, hielt er es für unratsam, dass diese2 noch für einen eigenen Schulfonds Zahlung leisteten. Besonders hart sei es ferner, dass Levin auch von den Familien, die Privatlehrer hielten, eine Abgabe verlange. Auch hier wieder die Rücksichtnahme auf den jüdischen Geldsäckel. Demgegenüber wird es jeder mit Levin nur für ״billig“ finden, dass die vermögenden Familien auch etwas zum Schulfonds beisteuerten. Hier war die Höhe des Beitrages nicht festgesetzt. Dies blieb der Zukunft Vorbehalten, wenn man wohl eher übersehen konnte, wieviel aus den Schulgeldern zusammenkam und wieviele ünterdirektoren anzustellen waren. Schwerlich hätten die Familien sich geweigert, einen kleinen Beitrag zu den Kosten der Organisation zu leisten. 1 Die Menge des anzukaufenden Porzellans wurde 1771 vorübergehend herabgesetzt. * Nach der Fiktion des Generaldirektoriums, in Wirklichkeit die Lehrer,