Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 68)
- Language
- German
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- Aleppo 1× ep/1047811
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32 der böhmischen Sprache mächtig ist, wendet sich in seiner Verzweifluug an seinen Landsmann Giorgio Diodat um Hilfe. Diodat lässt sich ״durch die von allen Christen erforderte rechtschaffene Liebe gegen ihren Nächsten bewegen, zu gunsten Toffs bei Oppenheim zu intervenieren. Oppenheim ist zuerst bereit, dem Toff 900 fl, später ״auf Recomendation Ihro Gnaden Tit. plen. des Herrn Graffens von Herberstein“ 950 fl, endlich 1000 fl zu geben. Toff nimmt dieses Angebot nicht an, lässt sich von Oppenheim eine Bestätigung geben, dass er die Obligation nicht bezahlt habe und unter Vermerk auf der Obligation einen Vorschuss von 75 fl auf die Kosten der Heimreise geben. Sobald Toff den Vorschuss erlangt hat, bleibt er in Prag und strengt bei dem Magistrat der Altstadt Prag einen Prozess gegen Oppenheim an. Mittlerweile reiste Oppenheim wegen der in Prag herrschenden Pest nach Wien, gab aber vorher Toff eine Anweisung an ״den Assistenten der Hierosolymitanischen Kassa Rabbi Engel Nickelspurg“, der Toff nach und nach unter steter Verzeichnung auf der Obligation 215 fl verabfolgte. Der Bevollmächtigte Oppenheims wusste Toff zu bewegen, mit dem Prozesse bis zur Rückkehr Oppenheims zu warten. Im Jahre 1716 wird Toff des Wartens müde und reist nach Wien und trifft hier einen in Aleppo gebürtigen Doktor der heiligen Schrift namens Louis Pisani, der vorher als Rabbiner bei den Juden den Namen Ebengalante geführt hatte, dann in Venedig zum Christentum übergetreten war und 1703 mit päpstlicher Erlaubnis mit den jüdischen Rabbinern Roms öffentliche Disputationen gehalten hatte. Dieser Pisani veranlasst Toff sich taufen zu lassen; Oppenheim durch ״ungewissenhafte eigennützige Leute“ von dem Vorhaben Toffs unterrichtet, veranlasst, dass Toff verhaftet und 6 Wochen im Rumorhaus gefangen gehalten wird. Im Februar 1717x) reist Oppenheim wieder nach Prag, darauf wird auch Toff freigelassen mit dem Bemerken, dass er sich nie wieder in Wien antreffen lassen dürfe. Toff reist nach Prag und versucht nochmals bei Oppenheim sein. Glück, allein Oppenheim lässt ihn durch seine Diener die Treppe hinabwerfen, wobei Toff so übel mitge- ג) So unwahrscheinlich eine so lange Abwesenheit Oppenheims von Prag scheint,;ist sie immerhin möglich. Approbationen aus dieser Zeit, aus deren Datierung man das Gegenteil ersehen könnte, sind mir nicht bekannt.