Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 67)
- Language
- German
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31 zufrieden im Wohlstände lebt, bis er die Bekanntschaft des ״Rabbi Jakob Simon Toff“ macht. Simon Toff, wie er fortab kurz genannt wird, war ״teils seiner Andacht, teils auch einiger Geschälte wegen“ 1711 nach Jerusalem gekommen; hier traf er seine Glaubensgenossen in einer verzweifelten Lage. Die jüdische Gemeinde in Jerusalem, wie aus dem weiteren Verlaufe hervorgeht, die ״sögenannte deutsche“ konnte ihren Tribut an den Pascha nicht zahlen und ihre Rabbiner wurden deshalb in Ketten gefangen gehalten und sollten nicht eher befreit werden, bis der rückständige Tribut entrichtet worden sei. Toff geht die Notlage seiner Brüder sehr zu Herzen und auf vieles Bitten entscbliesst er sich, der Jerusalemer Gemeinde 300 Dukaten in Gold vorzustrecken gegen eine von 16 aus Deutschland gebürtigen Rabbinern unterschriebene Obligation, die dahin lautete, dass der jüdische Agent zu Konstantinopel D1\ Josef, der Leibarzt des Sultans, ein gebürtiger Prager dem Toff die geliehenen 300 Dukaten aus der ״Hierosolyroitanisehen Kassa“ ersetzen sollte. Sollte Dr. Josef dies nicht tun können, so möge Toff nach Prag reisen zu dem ״Vater und Verwalter der hierosolymitischen oder bei den Juden sogenannten Gotteskasse“ dem OberrabbiDer David Oppenheimer und diesem die Obligation produzieren, der gewiss das aus Barmherzigkeit vorgestreckte Geld mit grösstem Danke bezahlen werde. Toff wird von dem Leibärzte Josef in Konstantinopel sehr freundlich aufgenommen und unter Verabreichung eines Geschenkes gebeten, sowohl seiner Obligation als auch der anderen wichtigen ihm anvertrauten Briefe halber 9ich an David Oppenheim zu wenden, der ihm gewiss nicht nur die Schuld bezahlen, sondern auch für seine Mühe reichlich entschädigen werde. Toff langt dann im März 1713 in Prag an, wird von Oppenheim freundlich empfangen, dem er die Briefe übergibt und seine Obligation präsentiert; Oppenheim lässt ihm ein gutes Quartier anweisen und verspricht ihm wöchentlich 3 fl Kostgeld. Nach einigen Wochen lässt er ihn — jüdischem Gebrauche gemäss — kommen und erklärt sich bereit ihm 844 fl zu zahlen; Toff verweigert die Annahme, da ja seine Obligation auf 300 Dukaten oder 1200 fl laute, wozu noch die Zinsen, die Reisekosten von Jerusalem nach Konstantinopel, Wien, Prag und zurück, wie die in Aussieht gestellte Entschädigung für seine grosse Mühe hinzukommen. Es kommt zu keiner Einigung. Toff, der weder der deutsehen noch