Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 66)
- Language
- German
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30 David Oppenheims Georgio Diodat Damascenus ausführlich behandelt. Die Bibliothek des Prager Nationalmuseums bewahrt unter S. 53 A. 17. ein Exemplar dieser Druckschrift1 * 3) auf, die durch eine ganze Zahl von handschriftlichen Beilagen Diodats bedeutend ergänzt und vervollkommnet wird; diese Ergänzungen aber belassen der Darstellung die volle Einseitigkeit und da uns von den Gegen- Schriften der jüdischen Gemeinde und Oppenheims nichts bekannt ist, so müssen viele der Angaben Diodats bezweifelt werden. Prof. Zibrt, der gelehrte Direktor der Musealbibliothek, hat in seiner oben angeführten Biographie Diodats sich dessen Darstellung ganz zu eigen gemacht, ohne zu bemerken, dass sie unverhüllt Hass und Bachsucht zur Schau stellen. Es ist dies wohl damit zu erklären, dass in der nichtjüdisehen Literatur über David Oppenheim und über seinen Charakter, vor allem über seine Grosszügigkeit in Geldfragen nichts bekannt ist. In der jüdischen Literatur ist dieser V V V Prozess nur ganz kurz behandelt im Ceskozidovsky kalendar und angeführt bei Grunwald, Sam. Oppenheimer (S. 121). Es handelt sich dabei um Folgendes: Georgio Diodat ist als armenischer Christ in Damaskus geboren, kam später nach Bom, wo er sich jahrelang aufhielt, von da nach Wien, um von dort aus über Ungarn, Konstantinopel nach seiner Heimat zu reisen. Unruhen in Ungarn verzögern die Reise; in Wien kommt er durch einen Landsmann um sein Geld. Er geht dann nach Prag, eröffnet hier den ersten Kaffeeausschank, der ihn bald zu einem vermögenden Manne macht, so dass er ein Haus kauft, das Bürgerrecht erwirbt, heiratet und 1j Der Titel lautet: Anfang der Weisheit ist die Furcht Gottes. Ein wahrhaftiger Bericht und ein heilsames Project für die gantze werteste Christenheit, wo Juden wohnen und sich selbige aufhalten, absonderlich aber sehr nützlich (geistlicher Weis) für die einfältigen Juden. Dieser Bericht und Project ist verfertiget worden von Georgio Dio-Dato, Damascener Bürger und Caffee- Sieder der Königl. Haupt Alt Stadt Prag mit Hülff zweyer vornehmen jüdischen Rabbinern, nun aber Christgläubigen, von welchen einer getaufft worden vor 3 Jahren zu Mayntz, der andere aber zu Prag den 13. April Anno 1717 mit grossen Schmerzen der allgemeinen jüdischen Synagog und mit grösster Freude aber.... Leipzig gedruckt mit Zeidlerischen Schrillte 1724. Diodat, der schon durch seine Kenntnis der arabischen Sprache als Gelehrter galt, hat noch einige Schriften mit langatmigen Titeln herausgegeben, die ebenso wie ein Manuscript im Prager Stadtarchiv seichteste Theologie im Stile der Zeit enthalten.